Abonnenten-Login Serviceangebote der Berliner Morgenpost Specials der Berliner Morgenpost
27.11.11

Finanzpolitik

Grüne beschließen Spitzensteuersatz von 49 Prozent

Die Grünen wollen auf ihrem Parteitag auch den Kurs in der Finanzpolitik festlegen. Und Jürgen Trittin gibt die Richtung vor: sparen, Subventionen abbauen und Steuern erhöhen.

dpa

...die Europapolitik im Vordergrund. Der ehemalige griechische Premier Giorgos Papandreou (er war vor seinem Rücktritt eingeladen worden)...

7 Bilder

Der Protest ist eher ein Protestchen. Nicht zu laut, und nicht zu auffällig, fast höflich marschieren Mitglieder der Grünen Jugend durch die Kieler Sparkassen-Arena. Auf ihren Plakaten fordern sie einen Spitzensteuersatz von 53 Prozent für Spitzenverdiener. Jürgen Trittin lässt sich durch die Aktion nicht stören. Er wettert gegen die Hotelsteuer und die Geländewagen der Reichen, die vom Steuerzahler auch noch subventioniert werden.

Die Grünen wollen auf ihrem Parteitag auch den Kurs in der Finanzpolitik festlegen. Und Trittin gibt die Richtung vor: sparen, Subventionen abbauen und Steuern erhöhen. "In der Wirtschaftskrise ist die Zahl der Millionäre noch gewachsen", sagt Trittin und bemüht das Bild von den "starken Schultern", die mehr tragen sollen. Die Grünen wollen die Vermögenden stärker zur Kasse bitten.

So beschließen die Delegierten ohne Gegenstimmen, den Spitzensteuersatz von 42 auf 49 Prozent zu erhöhen. Er soll ab einem Jahreseinkommen von 80.000 Euro greifen. Eine einmalige und zeitlich befristete Vermögensabgabe soll zudem über mehrere Jahre rund 100 Milliarden Einbringen einbringen.

Nicht durchsetzen kann sich der der grüne Finanzpolitiker mit seinem Vorschlag, alle Ermäßigungen bei der Mehrwertsteuer abzuschaffen. Das hätte dann noch einmal rund 20 Milliarden Euro gebracht. Für eine solche radikale Neuerung fehlt den Grünen dann aber offensichtlich doch der Mut.

Die Grüne Jugend hat die Delegierten mit ihrer Protestaktion zwar nicht für einen Steuersatz von 53 Prozent begeistern können. Am Ende können Sie aber doch einen kleinen Erfolg verzeichnen: Wenn Cannabis erst einmal legalisiert worden ist, so hat der Parteitag beschlossen, dann soll diese legale Droge auch wie Tabak und Alkohol besteuert werden. Nach Schätzungen des Deutschen Hanfverbands könnte der Staat dadurch rund zwei Milliarden Euro pro Jahr einnehmen.

Hier twittert unsere Autorin Claudia Ehrenstein vom Parteitag.

Leser-Kommentare
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
Top-Thema
Inventor of TV remote control dies at age 96
Erfinder der Couch-Potato

Ohne Eugene Polley gäbe es keinen gemütlichen TV-Abend.

Video Nachrichten mehr
Eurovision 2012 Die ersten Finalteilnehmer für Baku stehen fest
Fußball-EM 2012 Lukas Podolski hält Titelgewinn für möglich
Disco Queen Trauerfeier für Donna Summer
Rüstung Amnesty fordert Kontrolle des Waffenhandels
Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Kaufberatung

Günstige Digitalkameras unter 150 Euro im Test

Habgier

Deutscher wegen Lego-Diebstahls vor US-Gericht

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote