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23.11.11

Umfrage

Deutsche wollen sich gegenseitig alles verbieten

Schnelle Autos, brutale Filme und politisch unkorrektes Reden sollen auf den Index – finden viele Deutsche. Auch die Meinungsfreiheit der Mitbürger geht vielen zu weit.

© picture alliance / ZB/Zentralbild
Hundeverbot

Die Deutschen lieben Verbote. Vater Staat soll seine Landeskinder besser vor sich selbst schützen, meint die Mehrheit der Bürger, wie eine Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach für das John-Stuart-Mill-Institut für Freiheitsforschung zeigt.

Nicht nur Drogen und das Klonen von Menschen sollten gesetzlich untersagt bleiben. Auch Filme und Computerspiele mit vielen Gewaltdarstellungen wollen die meisten Deutschen auf den Index setzen. Verbieten will man zudem ungesunde Lebensmittel.

Immerhin jeder Zweite will seinen Mitmenschen verbieten, weitere Kredite aufzunehmen, wenn man bereits Schulden hat. 27 Prozent halten Glücksspiel für gemeingefährlich. Jeder Fünfte will dem Verkauf von hochprozentigem Alkohol und schnellen Autos einen Riegel vorschieben.

Auch die Meinungsfreiheit geht vielen Bundesbürgern zu weit. Die Aussage, alten Leuten sollten Operationen nicht mehr bezahlt werden, gehöre verboten, sagen 42 Prozent der Befragten.

Deutsche wollen viele Meinungen nicht gelten lassen

Fast ebenso viele wollen den Ruf nach Wiedereinführung der Todesstrafe untersagen. Auch dass Homosexualität eine Krankheit sei, Frauen an den Herd gehörten oder die Amerikaner am 11. September selbst schuld seien, sind Meinungsäußerungen, die eine beachtliche Minderheit am liebsten per Gesetz unterbinden will.

Wie groß die Intoleranz gegenüber Andersdenkenden in allen Lagern ist, zeigt sich daran, dass 30 Prozent die Äußerung "Fleisch essen ist Mord" unter Strafe stellen wollen – und fast ebenso viele die Meinung "Massentierhaltung ist notwendig."

Wie der "Freiheitsindex Deutschland" zeigt, steht auch 20 Jahre nach der Wiedervereinigung die Freiheit im Westen höher im Kurs als im Osten, wo eine Mehrheit "im Zweifel für die Gleichheit" votiert.

In ihren Forderungen nach mehr Verboten unterscheiden sich die bekennenden Freiheitsanhänger allerdings überhaupt nicht vom Rest der Bevölkerung.

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