Entwicklungshilfeministerium
Niebel will alle Spuren der "roten Heidi" löschen
Die Kritik von Ex-Entwicklungshilfeministerin Wieczorek-Zeul lässt Amtsinhaber Niebel nicht auf sich sitzen: Er arbeite daran, alle Spuren seiner Vorgängerin zu beseitigen.
Mit scharfen Worten hat Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel (FDP) auf Kritik seiner Vorgängerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) an seiner Amtsführung reagiert.
"Es ehrt mich, dass Frau Wieczorek-Zeul mir vorwirft, ich machte eine andere Politik im Ministerium als sie", sagte Niebel der "Leipziger Volkszeitung". Die SPD reagierte empört auf Niebels Äußerungen.
Mit Blick auf seine Vorgängerin hatte Niebel hinzugefügt: "Ihr Vorwurf, ich hätte alle Spuren ihrer Arbeit im Ministerium beseitigt, entspricht leider noch nicht der Realität. Aber ich arbeite weiter daran."
Mit Unverständnis reagierte der Minister darauf, dass Wieczorek-Zeul (Spitzname: "rote Heidi") und ihre SPD-Vorgänger Egon Bahr und Erhard Eppler die Teilnahme an der 50-Jahr-Feier des Ministeriums Mitte November abgesagt hatten.
Streit um Rede von SPD-Politiker Eppler
Hintergrund dafür war nach Medienberichten, dass Niebel den SPD-Politiker Eppler nicht als Festredner zulassen wollte. "Das sollten die drei nicht zu schwer nehmen", sagte Niebel.
Zur 40-Jahr-Feier habe nur Wieczorek-Zeul als amtierende Ministerin geredet. Die SPD-Politikerin hatte sich seit ihrem Ausscheiden aus dem Amt 2009 wiederholt in der Öffentlichkeit kritisch zu Niebels Amtsführung geäußert.
Die SPD reagierte ihrerseits mit harscher Kritik an Niebels Äußerungen über Wieczorek-Zeul. Niebels Vorgehen gegen die politische Hinterlassenschaft der Ministerin "weist auf eine Obsession hin", erklärte SPD-Fraktionsvize Gernot Erler in Berlin.
Niebel "arrogant und unverschämt"
Niebels "Feldzug gegen angebliche 'Linkstendenzen' in seinem Haus nimmt allmählich psychogene Ausmaße an". Es werde dem Minister "nicht gelingen, zu zerstören, was seine Vorgängerin in elf Jahren aufgebaut hat".
Der entwicklungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Sascha Raabe, bezeichnete Niebel als "arrogant und unverschämt".
Mit seinen Äußerungen beschimpfe Niebel "auf arrogante und unerträgliche Weise" tausende von hoch engagierten Mitarbeitern in der Entwicklungsarbeit, sagte Raabe der "Leipziger Volkszeitung".
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