Wirtschaftspolitik
Merkel warnt vor übermächtigen Chinesen und Indern
Ohne eine starke Europäische Union habe Deutschlands Wirtschaft keine Chance gegen Schwellenländer, mahnt die Kanzlerin vor der MIttelstandsunion.
Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Rolle der Europäischen Union für Deutschlands Stellung in der Welt unterstrichen. "Wenn wir uns in Europa nicht zusammenschließen (...), dann werden wir gegenüber 1,3 Milliarden Chinesen, 1,2 Milliarden Indern und vielen anderen Regionen keine Chance haben", sagte sie auf der zehnten Bundesdelegiertenversammlung der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU (MIT) im niederbayerischen Deggendorf.
"Darin liegt für uns heute der eigentliche und dazugekommene Sinn Europas", sagte Merkel. In der Anfangszeit der EU sei es vor allem um Krieg und Frieden gegangen. "Aber heute leben wir in Frieden und deshalb brauchen wir uns darüber nicht mehr solche Sorgen zu machen, jedenfalls nicht in Europa", sagte die Bundeskanzlerin.
Schwellenländer wie Indien, China, Brasilien und Mexiko seien relativ stark aus der Krise herausgekommen. "Sie sind Wachstumsmotoren, sie haben eine unglaubliche Dynamik." Die Finanzmärkte schauten mit einem ganz neuen Blick auf diese Regionen.
"Man wundert sich, dass es so lange gut gegangen ist"
Für jeden Anleger würden diese Länder immer mehr zu Alternativen zu den USA und Europa. Auch deshalb müssten die Länder der EU aufhören, ihr Wachstum auf Verschuldung aufzubauen: "Man wundert sich sowieso, dass es so lange gut gegangen ist."
Kritik gab es auf der Versammlung an der Energiepolitik der Bundesregierung. "Wir dürfen nicht zulassen, dass die Ökologie die Ökonomie aus Deutschland vertreibt", sagte der MIT-Bundesvorsitzende Josef Schlarmann. "Durch den Ausstieg aus der Kernenergie und die ehrgeizigen Ziele bei Wind- und Solarstrom werden die Kosten weiter steigen."
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