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13.09.11

Bizarre Aktion

Hälfte der Linken boykottiert Papst im Bundestag

Am 22. September soll Papst Benedikt XVI. eine Rede vor dem Bundestag halten. Viele Linke sind dann nicht dabei – sie demonstrieren lieber vor verschlossenen Türen.

© dpa/DPA
Papst-Rede erschüttert die muslimische Welt

Die Hälfte aller Abgeordneten der Linksfraktion wird der Bundestags-Rede von Papst Benedikt XVI. am 22. September fernbleiben . Das teilte die Abgeordnete Petra Sitte der in Halle erscheinenden "Mitteldeutschen Zeitung" mit.

Sitte sagte, man habe sich in der Fraktion darauf verständigt, auf Proteste im Plenarsaal zu verzichten.

Die eine Hälfte der Fraktion werde der Rede folgen, darunter die Parteivorsitzenden Gesine Lötzsch, Klaus Ernst und Fraktionschef Gregor Gysi. Die andere Hälfte werde vor die Tür gehen und gegen den Papst demonstrieren.

Der ehemalige SPD-Vorsitzende Hans-Jochen Vogel wies Kritik an der geplanten Rede des Papstes im Bundestag zurück. "Er kommt ja nicht ungebeten, sondern alle Fraktionen haben dem zugestimmt", sagte Vogel dem Blatt.

Nicht die erste Parlamentsrede des Papstes

Im Übrigen rede nicht zum ersten Mal ein Papst vor einem Parlament. "Auch bei den Vereinten Nationen ist der Papst bereits als Redner eingeladen gewesen und hat gesprochen", sagte er.

Vogel sagte, wahrscheinlich habe noch nie ein Papst vor einer Gesamtvertretung Deutschlands gesprochen. Er selbst sei zu der Rede Benedikts XVI. im Bundestag eingeladen worden, könne aus terminlichen Gründen aber nicht kommen. "Ich bedauere das sehr. Ich hätte das gern miterlebt", sagte Vogel.

Auch die rheinland-pfälzischen CDU-Chefin Julia Klöckner kritisierte die Anti-Papst-Demonstranten. "Mir ist entgangen, dass die Kritiker des Papstbesuches eine solche Antihaltung beim Besuch des Dalai Lama oder eines anderen Religionsoberhauptes an den Tag gelegt hätten", sagte Klöckner der "Rheinischen Post". Sie betonte: "Wir sind Papst – immer noch." Der Besuch von Papst Benedikt werde vielen Menschen Freude bereiten, denn er hat etwas zu sagen – weltweit und in seiner Heimat Deutschland, ergänzte die Politikerin.

Quelle: epd/dpa/AFP
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