Bad Reichenhall
Bundeswehr-Kaserne lässt Kinder Krieg spielen
Bei einem Schießspiel durften Kinder auf die Miniatur-Stadt "Klein-Mitrovica" schießen. Im echten Mitrovica (Kosovo) hatten die Nazis Gräueltaten begangen.
Eklat um ein Schießspiel für Kinder in der Bundeswehrkaserne in Bad Reichenhall (Bayern): Beim Tag der offenen Tür durften dort Kinder und Jugendliche offenbar auf eine nachgebaute, vom Krieg zerstörte Stadt im Miniaturformat schießen, wie das linke Bündnis "Rabatz" kritisierte.
Die Bundeswehr leitete eine Überprüfung ein. Man nehme den Fall sehr ernst, hieß es.
"Selbstverständlich wird es auch Gegenstand der Untersuchung sein, ob im Rahmen des Tages der offenen Tür der Gebirgsjägerbrigade 23 gegen bestehende Vorschriften und Regelungen der Bundeswehr verstoßen worden ist", sagte ein Sprecher. "Sollte dies der Fall sein, so werden sicherlich auch in der Folge entsprechende Konsequenzen gezogen werden."
Ortsschild der Miniatur-Stadt "geschmacklos"
Dem "Münchner Merkur" sagte ein Bundeswehrsprecher: "Den dafür Verantwortlichen wird disziplinarisch-juristisch beizukommen sein." Die Zeitung zitiert ihn zudem mit den Worten: "Menschen unter 18 Jahren dürfen zu keinem Zeitpunkt auf dem Gelände der Bundeswehr Waffen in die Hand nehmen."
Auf Fotos der Veranstaltung tragen Kinder Waffen oder Imitate, die dem Aussehen nach dem Verschießen von Paintball-Munition dienen könnten.
Für besonderen Zündstoff sorgt zudem das Ortsschild, das die nachgebaute Ortschaft zierte. Darauf stand "Klein-Mitrovica". Im Kosovo existiert ein Ort Namens Mitrovica. Dort verübten zur Zeit des Nationalsozialismus deutsche Soldaten Gräueltaten. Ein Bundeswehrsprecher sagte: "Den Namen der Ortschaft so zu wählen, ist sicherlich geschmacklos."
Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
- Proteste in Berlin: Friedensgruppen ziehen Bilanz des Afghanistan-Kriegs
- Bundeswehrmission: Afghanistan-Einsatz kostete Deutschland 17 Milliarden
- Koalitionspläne: Bessere Versorgung für verwundete Soldaten
- Schießunfall in Afghanistan: Ex-Soldat erklärt Todesschuss mit technischer Panne
- Unfall auf der Flensburger Förde: Erneut Marine-Soldat im Dienst tödlich verunglückt
- Datenpanne: Bundeswehr wirbt versehentlich Kinder an
-
19:10Griechenland-Krise: Günter Grass provoziert mit neuem Gedicht
-
19:03Dokumentation: Europas Schande – Ein Gedicht von Günter Grass
-
19:02Facebook: Jetzt wird Mark Zuckerberg zum Buhmann
- 1. Live-Ticker Herthas Raffael hatte Tränen in den Augen
- 2. Drogeriekette Berggruen macht Schlecker-Mitarbeitern Hoffnung
- 3. Bauexperten Zweifel am neuen Eröffnungstermin für BER wachsen
- 4. "Ein Scherz" Flugsicherung prüft juristische Schritte gegen RBB
- 5. Entscheidungslösung Der Bundestag beschließt Organspende-Reform











