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05.06.11

Bad Reichenhall

Bundeswehr-Kaserne lässt Kinder Krieg spielen

Bei einem Schießspiel durften Kinder auf die Miniatur-Stadt "Klein-Mitrovica" schießen. Im echten Mitrovica (Kosovo) hatten die Nazis Gräueltaten begangen.

© dapd/DAPD
Bundeswehr-Kaserne Bad Reichenhall
Kinder und Jugendliche bekommen beim Tag der offenen Tür der Gebirgsjägerbrigade 23 in Bad Reichenhall Schieß-Lektionen

Eklat um ein Schießspiel für Kinder in der Bundeswehrkaserne in Bad Reichenhall (Bayern): Beim Tag der offenen Tür durften dort Kinder und Jugendliche offenbar auf eine nachgebaute, vom Krieg zerstörte Stadt im Miniaturformat schießen, wie das linke Bündnis "Rabatz" kritisierte.

Die Bundeswehr leitete eine Überprüfung ein. Man nehme den Fall sehr ernst, hieß es.

"Selbstverständlich wird es auch Gegenstand der Untersuchung sein, ob im Rahmen des Tages der offenen Tür der Gebirgsjägerbrigade 23 gegen bestehende Vorschriften und Regelungen der Bundeswehr verstoßen worden ist", sagte ein Sprecher. "Sollte dies der Fall sein, so werden sicherlich auch in der Folge entsprechende Konsequenzen gezogen werden."

Ortsschild der Miniatur-Stadt "geschmacklos"

Dem "Münchner Merkur" sagte ein Bundeswehrsprecher: "Den dafür Verantwortlichen wird disziplinarisch-juristisch beizukommen sein." Die Zeitung zitiert ihn zudem mit den Worten: "Menschen unter 18 Jahren dürfen zu keinem Zeitpunkt auf dem Gelände der Bundeswehr Waffen in die Hand nehmen."

Auf Fotos der Veranstaltung tragen Kinder Waffen oder Imitate, die dem Aussehen nach dem Verschießen von Paintball-Munition dienen könnten.

Für besonderen Zündstoff sorgt zudem das Ortsschild, das die nachgebaute Ortschaft zierte. Darauf stand "Klein-Mitrovica". Im Kosovo existiert ein Ort Namens Mitrovica. Dort verübten zur Zeit des Nationalsozialismus deutsche Soldaten Gräueltaten. Ein Bundeswehrsprecher sagte: "Den Namen der Ortschaft so zu wählen, ist sicherlich geschmacklos."

Quelle: dapd/jw
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