Umfrage
Steinmeier SPD-Favorit für Kanzlerkandidatur
Unter den SPD-Politikern lässt der Fraktionschef seine Kollegen Peer Steinbrück und Sigmar Gabriel klar hinter sich. Als grünen Kanzlerkandidaten sähen viele gern Joschka Fischer.
Zwischen 2005 und 2009 war er Bundesfinanzminister in der großen Koalition.
Knapp zweieinhalb Jahre vor der Bundestagswahl hat SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier in der Kanzlerkandidatenfrage der Sozialdemokraten bei den Bürgern die Nase vorn. In einer aktuellen Umfrage liegt Ex-Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) aber nur knapp dahinter, Parteichef Sigmar Gabriel wollen nur wenige als Kanzlerkandidat sehen.
Das Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid hat im Auftrag des Nachrichtenmagazins "Focus" 1006 Deutsche befragt. 31 Prozent sprachen sich für Steinmeier als Kanzlerkandidat aus. Steinbrück kam auf 29 Prozent und Gabriel nur auf 11 Prozent.
Auch bei den SPD-Anhängern ergab sich diese Reihenfolge. 38 Prozent der SPD-Sympathisanten halten Steinmeier für den geeigneten Kanzlerkandidaten, 31 Prozent Steinbrück und 24 Prozent Gabriel.
Scholz will nicht Kanzlerkandidat werden
Steinbrück hatte sich unlängst selbst als Kanzlerkandidat ins Gespräch gebracht und die Debatte damit befeuert. Der Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Schleswig-Holstein, Steinbrücks ehemaliger Pressesprecher Torsten Albig, nannte die Debatte zwar überflüssig.
Grundsätzlich sei aber festzuhalten, "dass die SPD sehr reich an Talenten sein müsste, wenn sie am Ende schlanker Hand auf einen Mann wie Steinbrück verzichten wollte. Aber so reich ist sie nicht", sagte der Kieler Oberbürgermeister.
"Steinbrück könnte zweifelsohne ein über alle Parteigrenzen hinweg beliebter Kandidat sein, wenn die Zeit für diese Entscheidung gekommen ist", sagte Albig dem "Focus".
Baden-Württembergs SPD-Chef Nils Schmid nannte es in dem Nachrichtenmagazin gut, dass die SPD mehrere starke Persönlichkeiten zur Auswahl habe. "Und es ist gut, dass Peer Steinbrück zu diesen Persönlichkeiten gehört", sagte Schmid, der neuer Finanz- und Wirtschaftsminister im Südwesten ist.
Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz winkte auf die Frage des "Focus" nach einer eigenen Bereitschaft für die Kanzlerkandidatur ab. "Ich trete in vier Jahren erneut als Bürgermeister von Hamburg an", sagte Scholz. Die Debatte über die SPD-Kanzlerkandidatur nannte er "nervend". Die Frage stehe nicht an.
Joschka Fischer beliebt
Große Stücke halten die Deutschen offenbar auf Ex-Außenminister Joschka Fischer. 36 Prozent können ihn sich als Kanzlerkandidaten der Grünen vorstellen. Während immerhin jeder zweite Anhänger von SPD und Linken Fischer als Kandidat für realistisch hält, sind es bei den Sympathisanten der Grünen 38 Prozent.
Michael Vesper, früher für die Grünen stellvertretender Ministerpräsident in Nordrhein-Westfalen und inzwischen Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbunds, sagte dem "Focus": "Natürlich könnte Joschka das, das ist doch gar keine Frage." Aber die Kanzlerkandidatur jetzt zu thematisieren, sei "völlig daneben". Der Landes- und Fraktionsvorsitzende der Grünen im Saarland, Hubert Ulrich, bezeichnete Fischer als "eine Person, die ernsthaft in Frage käme".
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