Wahltrend
Grüne verlieren Zustimmung, FDP unter fünf Prozent
Wochenlang ging es für die Grünen nur nach oben, doch jetzt ist der Höhenflug gestoppt. Die Öko-Partei verbucht sogar Verluste. Die FDP verharrt im Dauertief.
Die seit 2004 amtierende Grünen-Vorsitzende Claudia Roth wurde beim Bundesparteitag im November 2010 für weitere zwei Jahre im Amt bestätigt. Für die 55-Jährige stimmten auf dem Parteitag 79,3 Prozent der 715 Parteitagsdelegierten, die sich in Freiburg an der Wahl beteiligt hatten.
Die Grünen haben an Wählergunst eingebüßt. Nach dem am Mittwoch veröffentlichten Forsa-Wahltrend des Magazins "Stern" und des Fernsehsenders RTL kommt die Partei diese Woche auf 26 Prozent, ein Minus von 2 Punkten im Vergleich zur Vorwoche.
Leichte Zugewinne hingegen verzeichnete das linke Lager: Sowohl SPD als auch die Linken gewannen jeweils einen Punkt dazu. Die Sozialdemokraten kommen damit auf 22 Prozent, die Linken erreichen 9 Prozent.
Die Regierungsparteien verharren in der Wählergunst auf dem Niveau der Vorwoche: CDU/CSU bei 31 Prozent und die FDP bei 4 Prozent. Das Regierungslager aus Union und Freidemokraten liegt zusammen mit 35 Prozent nun 13 Prozentpunkte hinter einem grün-roten Bündnis, das gemeinsam auf 48 Prozent kommt.
Wähler vertrauen FDP nicht
Die neue FDP-Führungsspitze wird das Vertrauen der Wähler nach Ansicht von Forsa-Chef Manfred Güllner nicht zurückgewinnen, so lange Guido Westerwelle Außenminister ist. Der hannoverschen "Neuen Presse" sagte der Leiter des Meinungsforschungsinstituts: "So lange Guido Westerwelle Außenminister bleibt, wird sich das Bild der FDP nicht wesentlich bessern können".
Habe sich ein negatives Urteil so fest geprägt, sei es schwer, es in absehbarer Zeit zu korrigieren.
Der designierte Parteichef Philipp Rösler habe als Gesundheitsminister noch keine richtigen Konturen gewonnen. Man müsse abwarten, ob er diese als Wirtschaftsminister gewinnen könne. Er könne sein Profil verbessern, indem er "das tut, was die FDP-Wähler 2009 erwartet hatten. Das waren keine Steuersenkungen, sondern Steuervereinfachung und Abbau von Bürokratie", betonte Güllner.
Dass sich mit Rösler und Bahr die FDP-Führung verjünge, sei unwichtig. Jugendlichkeit helfe nicht, wenn man keine anderen Fähigkeiten habe, fügte der Meinungsforscher hinzu.
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