Debatte um Lafontaine
Linke-Chefin Lötzsch geht in TV auf Gysi los
Lötzsch hat Fraktionschef Gysi öffentlich abgewatscht. Es sei ein "Fehler" gewesen, eine Rückkehr Lafontaines in die Bundespolitik anzudeuten.
Oskar Lafontaine (68), Fraktionschef im Saarland, gilt als wichtigste Stimme der Linken aus dem Westen. Aus dem Bundestag zog er sich im Februar 2010 zurück. Zuvor hatte er sich einer Krebsoperation unterziehen müssen. Jetzt will er im Saarland eine rot-rote Koalition schmieden – die SPD lehnt das allerdings ab.
Die Linke-Vorsitzende Gesine Lötzsch hat Andeutungen über eine Rückkehr Oskar Lafontaines in die Bundespolitik als "Fehler" kritisiert. Der Bundestags-Fraktionschef der Linkspartei, Gregor Gysi, hatte sich am Donnerstag entsprechend geäußert.
"Auch wenn Gregor Gysi mal einen Fehler macht, ist das kein Grund, mit ihm nicht mehr zusammenzuarbeiten", sagte Lötzsch dazu im ZDF-"Morgenmagazin".
Die Partei müsse zwar weiter auf den ehemaligen Partei- und Fraktionschef Lafontaine setzen. Bei seinem Engagement vor den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg habe sich jedoch gezeigt, dass "sich mit Wahlkampf nicht alles machen lässt", sagte Lötzsch.
Wichtiger sei es, gerade im Südwesten des Landes Strukturen aufzubauen, in denen die Linke die Menschen für sich gewinnen könnten.
Auf die Frage nach möglichen neuen Strukturen innerhalb der Linke sagte Lötzsch: "Die Doppelspitze ist durch einen Mitgliederentscheid als Struktur geschaffen worden."
Die Wähler der Linken erwarteten nun keine endlosen Strukturdebatten. Die entscheidende Frage sei, dass die Partei es nicht geschafft habe, innerhalb kurzer Zeit die sozialen Themen ausreichend in den Vordergrund zu bringen
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