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Nach Ethikrat-Votum

CDU-Politikerin will Gesetz gegen Babyklappen

Das Votum des Ethikrats gegen die anonyme Aufgabe von Kindern hat erste Folgen: Die Vizechefin der Unionsfraktion, Ingrid Fischbach, will Babyklappen per Gesetz schließen lassen. Sie wolle ein Gesetz zur "vertraulichen Geburt" schaffen, bei der die Mutter für einen begrenzten Zeitraum anonym bleiben darf, sagte sie.

Ethikrat empfiehlt Aufgabe der Babyklappen
Foto: DPA
Ein Schild weist den Weg zur Babyklappe einer kirchlichen Klinik ". Die CDU-Politikerin Ingrid Fischbach will der Empfehlung des Ethikrats folgen und ein Gesetz zur Schließung von Babyklappen einführen

Die stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion, Ingrid Fischbach (CDU), hat ein Gesetz zur Schließung der Babyklappen angekündigt. Dies hatte der Deutsche Ethikrat empfohlen.

Fischbach sagte der „Rheinischen Post“: „Wir wollen ein Gesetz zur vertraulichen Geburt schaffen und die Beratungsangebote für schwangere Frauen in Not ausbauen.“ Vertrauliche Geburt bedeutet, dass die Mutter für einen begrenzten Zeitraum anonym bleiben darf.

Auch der Sozialdienst katholischer Frauen kündigte Konsequenzen auf die Schließungs-Empfehlung des Deutschen Ethikrats an. „Wir können nicht einfach so weitermachen“, sagte die Sozialdienstvorsitzende Maria Elisabeth Thoma der „Frankfurter Rundschau“. Zumindest die rechtlichen Bedenken des Ethikrats seien sehr überzeugend. Der Verband werde im kommenden Jahr über die Zukunft der 19 Babyklappen beraten, die er allein oder in Kooperation betreibe. Dort seien in den vergangenen 10 Jahren 65 Neugeborene abgelegt worden.

Thoma forderte Bundestag und Bundesregierung auf, Rechtssicherheit zu schaffen. Nach den Erfahrungen des Sozialdienstes katholischer Frauen gäben drei von vier Frauen ihre Anonymität nach Abgabe des Kindes auf, wenn sie sich darauf verlassen könnten, dass ihre Daten vertraulich behandelt werden.

Der Ethikrat hatte am Donnerstag erklärt, die anonyme Kindesabgabe in Babyklappen sei ethisch und rechtlich sehr problematisch. Insbesondere werde das Recht der Kinder auf Kenntnis ihrer Herkunft und auf eine Beziehung zu ihren Eltern verletzt.

Die Kirchenvertreter in dem Gremium trugen die Empfehlung nicht mit. Der Augsburger Weihbischof Anton Losinger zu Bedenken, dass eine Babyklappe für Frauen in Not die letzte Alternative dazu sein könne, ihr Kind auszusetzen. Losinger hatte mit fünf weiteren Ethikratsmitgliedern ein Sondervotum abgegeben

Babyklappen sind geschützte Wärmebettchen, in die Frauen anonym ihr Neugeborenes legen und zur Adoption freigeben können. Derzeit gibt es bundesweit knapp 80 Babyklappen, die meisten davon in kirchlicher Trägerschaft. Daneben werden in rund 130 Krankenhäusern anonyme Entbindungen angeboten. Dabei gibt die Frau ihre Identität nicht preis.epd/ddp/ks



Erschienen am 27.11.2009

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