Bundestagswahl
Rechte Partei wirbt mit Horst Schlämmer
Die Republikaner benutzen für ihren Wahlkampf die Spaßfigur Horst Schlämmer. Schöpfer Harpe Kerkeling erwirkte eine einstweilige Verfügung gegen die Ausstrahlung des entsprechenden Werbespots. Nun werfen die Republikaner ihm Humorlosigkeit vor – sie wollen Schlämmer weiterhin für sich nutzen.
Die rechtsgerichteten Republikaner wollen trotz gerichtlichen Verbots weiter an ihrem Wahlwerbespot mit Bezug zu Hape Kerkelings Kultfigur Horst Schlämmer festhalten. "Wir werden in jedem Fall mit rechtlichen Mitteln gegen diese Entscheidung vorgehen", sagte der Bundesvorsitzende Rolf Schlierer. TV-Komiker Kerkeling hatte am Montag beim Landgericht Köln eine einstweilige Verfügung gegen die weitere Ausstrahlung des Wahlspots erwirkt.
Bei einem Verstoß gegen das Verbot droht den Republikanern laut Gerichtssprecher nun ein Bußgeld bis zu 250.000 Euro oder sogar Ordnungshaft. Kerkelings Anwalt Harro von Have hatte die juristischen Schritte gegen die Partei nach einer erfolgslosen Abmahnung in der vergangenen Woche in die Wege geleitet. Es sei absolut nicht zulässig, dass eine Partei die Popularität seines Mandanten ausnutze, sagte er.
In dem knapp zweiminütigen Wahlwerbespot der Republikaner erklärt die rechte Kandidatin Uschi Winkelsett: "Nein, mein Name ist nicht Schlämmer. Und ich kandidiere auch nicht für eine Spaßpartei. Politik ist nicht lustig. Aber seine 18 Prozent würden auch uns gut stehen...". Am Schluss des Films, der bereits mehrfach im Fernsehen gelaufen ist, heißt es zudem: "Wählen Sie die Republikaner. Frei nach Horst Schlämmer: Schlechter als die anderen sind wir auch nicht."
Republikaner-Parteichef Schlierer warf Kerkeling "humorloses" Vorgehen vor und sagte, im Kommunalwahlkampf hätten auch andere Parteien die Schlämmer-Figur zu ihren Gunsten genutzt. Die nächste Ausstrahlung des Wahlwerbespots ist für Anfang nächster Woche vorgesehen.
Der Klamauk-Film "Horst Schlämmer – Isch kandidiere!" läuft seit Ende August deutschlandweit in den Kinos. Als stellvertretender Chefredakteur schmeißt Kerkeling alias Schlämmer seinen Job beim "Grevenbroicher Tagblatt", um höheren Ambitionen zu folgen. Er entschließt sich, die Horst-Schlämmer-Partei (HSP) zu gründen, mit der er ins Bundeskanzleramt möchte.
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