14.02.2013, 12:12

Ministerwechsel Bundespräsident ernennt Wanka zur neuen Bildungsministerin


Bundespräsident Joachim Gauck überreicht im Schloss Bellevue die Ernennungsurkunde an die neue Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU). Zuvor hatte das Staatsoberhaupt die Entlassungsurkunde an Annette Schavan (r.) überreicht

Foto: Wolfgang Kumm / dpa

Bundespräsident Joachim Gauck überreicht im Schloss Bellevue die Ernennungsurkunde an die neue Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU). Zuvor hatte das Staatsoberhaupt die Entlassungsurkunde an Annette Schavan (r.) überreicht Foto: Wolfgang Kumm / dpa

Nun ist es auch offiziell: Annette Schavan ist nicht mehr Bildungsministerin. Im Amt folgt ihr nun Johanna Wanka aus Niedersachsen nach.

Bundespräsident Joachim Gauck hat am Donnerstag Johanna Wanka zur neuen Bundesbildungsministerin ernannt. Die aus Sachsen stammende Wanka folgt auf Annette Schavan (beide CDU), die nach der Aberkennung ihres Doktortitels wegen Plagiatsvorwürfen am Samstag zurückgetreten war.

Gauck dankte Schavan für die in mehr als sieben Jahren als Bildungsministerin geleistete Arbeit. "Viele bedauern, dass die Bildungs- und Forschungspolitik des Bundes nicht mehr in ihren Händen liegen", sagte der Präsident.

Mit Schavan gehe eine Ministerin, "die weit über die eigene Fraktion und Koalition hinaus hohe Achtung in der politischen und wissenschaftlichen Welt genießt", sagte Gauck weiter nach der Übergabe der Entlassungsurkunde an die scheidende Ministerin.

Schavan strebt weiter nach dem Bundestagsmandat

Schavan, eine enge Vertraute von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), strebt nun erneut ein Bundestagsmandat an; gegen die Entscheidung der Universität Düsseldorf zur Aberkennung des Doktortitels will sie juristisch vorgehen.

Der neuen Ministerin Wanka gratulierte Gauck zu ihrem Amt. Er verwies auf deren Engagement zur Wendezeit in der DDR; Wanka gehörte seinerzeit zu den Gründern des Neuen Forums in Merseburg.

Er hob die wissenschaftliche Karriere der promovierten Mathematikerin hervor, die auch als Bildungsministerin in Brandenburg und Niedersachsen einige Erfahrung gesammelt habe. "Auch bei Ihnen kann man sagen, dass sie Wissenschaft und Forschung leben."

Gauck wünscht sich "gemeinsames Handlen"

Mit Blick auf die schwierige Zusammenarbeit von Bund und Ländern in der Bildungspolitik fügte Gauck hinzu, er wünsche sich, "dass die Verantwortlichen hier gemeinsamer handeln".

Mit dem Auslaufen großer Milliardenprogramme von Bund und Ländern – wie der bis 2017 dauernden Exzellenzinitiative – stünden in der nächsten Zeit "große Entscheidungen" an. "Sie werden in drängenden Fragen viel zu bewegen haben", sagte Gauck an die Adresse Wankas. Die neue Ministerin will sich gegen Mittag in Berlin an die Presse wenden.

(AFP/oje)
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