11.02.13

Mali

Islamisten setzen jetzt auf Selbstmordattentäter

In Mali setzten die Rebellen zunehmend auf Guerillataktik. Innerhalb weniger Tage schickten sie im Norden des Landes zwei Selbstmordattentäter los und griffen die nord-malische Stadt Gao an.

Foto: AFP

Einheimsche Soldaten schlugen in der nord-malinesischen Stadt Gao einen Angriff der Islamisten zurück
Einheimische Soldaten schlugen in der nord-malischen Stadt Gao einen Angriff der Islamisten zurück

In der nordmalischen Stadt Gao ist es am Sonntag erneut zu Kämpfen gekommen. Wie malische Militärkreise mitteilten, lieferten sich Regierungstruppen Gefechte mit islamistischen Rebellen. Die Islamisten sollen der "Bewegung für Einheit und Dschihad in Westafrika" (MUJAO) angehören. Zumindest das Zentrums Gaos sei am Abend wieder "unter Kontrolle" der malischen Streitkräfte gewesen, sagte ein Sprecher des französischen Militärs.

Die Franzosen hätten die malische Armee unterstützt und Journalisten in Sicherheit gebracht, die bei den Kämpfen eingeschlossen worden seien, fügte Militärsprecher Thierry Burkhard hinzu. Das französische Militär habe sich am Abend auf den örtlichen Flughafen zurückgezogen.

Stunden zuvor war in der Stadt ein zweiter Selbstmordattentäter ums Leben gekommen. Über den Ablauf des Angriffs gab es widersprüchliche Angaben. Während Augenzeugen berichteten, der Täter sei in der Nacht zum Sonntag erschossen worden, noch bevor er seinen Sprengsatz habe zünden können, berichtete der französische Sender RFI unter Berufung auf Militärangaben, er habe sich in die Luft gesprengt. Neben dem Attentäter habe es keine weiteren Opfer gegeben, hieß es.

16-jähriger Selbstmordattentäter

Es war bereits der zweite Vorfall mit einem Selbstmordattentäter seit Beginn der französischen Militärintervention am 11. Februar. Erst am Freitag hatte sich ebenfalls in Gao ein 16 Jahre alter Attentäter an einem Kontrollpunkt in die Luft gesprengt und mehrere Menschen verletzt.

Der Einsatz der Selbstmordattentäter nährte die Sorge, dass die Islamisten eine offene Konfrontation meiden und verstärkt auf eine Guerillataktik setzten wollen. Die französischen Soldaten haben in den vergangenen Wochen zusammen mit malischen Truppen die islamistischen Rebellen immer weiter in den Norden Malis zurückgedrängt und die großen Städte weitgehend unter ihre Kontrolle gebracht.

Rückzug in die Sahara

Die auf mehrere tausend Mann geschätzten Rebellen, unter denen sich auch viele Islamisten aus dem Ausland befinden sollen, haben sich Medienberichten zufolge in unwegsames Gebirgsgelände im Adrar des Ifoghas in der Sahara zurückgezogen, um sich neu zu gruppieren.

Wie die "New York Times" am Sonntag unter Berufung auf Militärangaben berichtete, erinnere die Situation an den Militäreinsatz in Afghanistan, wo sich der harte Kern der Taliban und des mit ihnen verbündeten al-Qaida-Terrornetzwerks unter dem Druck vorrückender internationaler Truppen in die Gebirgsfestung Tora Bora zurückgezogen hatte.

Die malische Staatsanwaltschaft hat inzwischen internationale Haftbefehle gegen 28 Rebellenführer erlassen. Unter den Gesuchten seien vor allem Mitglieder islamistischer Kampfgruppen, aber auch Vertreter der Tuareg-Separatisten im Norden Malis, hieß es in der Mitteilung vom Freitagabend.

Quelle: dpa/UC
© Berliner Morgenpost 2013 - Alle Rechte vorbehalten
Die Favoriten unseres Homepage-Teams
Aufbau Fanmeile
Aktualisiert vor 1 MinuteChampions League
Bericht: BKA warnt vor Terror auf Fanmeilen

Der Chef des Bundeskriminalamts, Jörg Ziercke, hat einem Bericht zufolge die Innenminister in einer vertraulichen Sitzung vor islamistischem Terror auf Fanmeilen gewarnt. Maßnahmen werden verschärft. mehr...


SPD-Landesvorsitzender Jan Stöß (r.) und Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit
Aktualisiert vor 33 MinutenLandesparteitag
Live-Blog – Berliner SPD stellt Liste für Bundestagswahl auf

Die Berliner SPD hat ihre Landesvertreterversammlung zur Nominierung ihrer Landesliste für die Bundestagswahl begonnen. Im Hotel Estrel in Neukölln treffen sich rund 225 Delegierte. mehr...


Wie bei der Fanmeile 2010 soll es zum deutsch-deutschen Finale in der Champions League beste Stimmung geben
09:19Fanfest in Berlin
Champions-League-Finale - Was Sie zur Fanmeile wissen sollten

Berlins Fanmeile ist berühmt für ihre Stimmung bei Fußball-Events. Und das soll beim Champions-League-Finale wieder so sein. Die Morgenpost beantwortet die wichtigsten Fragen zum großen Fanfest. mehr...


Das Wembley-Stadion vor einem neuen historischen Finale
08:0520 Momente
Champions League Finale - Als Rummenigge zwei Cognac brauchte

Das deutsche Duell macht die Historie der Endspiele in der Champions League um ein weiteres Kapitel reicher. Die Morgenpost schildert noch einmal die 20 schönsten, kuriosesten und traurigsten Momente. mehr...

Leser-Kommentare Kommentare
Leserkommentare sind ausgeblendet.
Kommentare einblenden
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
 
Top-Thema
title
Start-ups in Berlin

Gründerzeit: Die Serie und das Blog der Berliner Morgenpost.

Video Nachrichten mehr
Krawalle Wieder Ausschreitungen in Stockholm
Washington Brücke in USA eingestürzt
Grundsatzrede Obama will strengere Regeln für Drohnenangriffe
Queen of Soul Aretha Franklin braucht eine kleine Auszeit
 
Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Fotogalerie

Das sind die Berliner Bilder des Tages

Finale in London

Das tippen die Berliner Fans von Bayern und BVB

 
In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote