02.01.13

Umfrage

FDP-Wähler halten Brüderle für besseren Parteichef

Wenige Tage vor dem Dreikönigstreffen bläst FDP-Chef Rösler eine steife Brise entgegen. Laut einer Umfrage ist Brüderle deutlich beliebter.

Foto: dapd

FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle und FDP-Parteichef Philipp Rösler. Röslers Umfragewerte sind deutlich schlechter, die meisten FDP-Wähler hätten lieber Brüderle an der Parteispitze
FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle und FDP-Parteichef Philipp Rösler. Röslers Umfragewerte sind deutlich schlechter, die meisten FDP-Wähler hätten lieber Brüderle an der Parteispitze

Das Ansehen von FDP-Chef Philipp Rösler ist kurz vor dem Dreikönigstreffen der Liberalen in Stuttgart am 6. Januar weiter im Keller. In einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage für das Magazin "Stern" vertraten 38 Prozent der Bürger die Ansicht, Fraktionschef Rainer Brüderle sei als Parteichef eher geeignet als Rösler. Noch deutlicher fiel das Votum unter den derzeitigen Wählern der FDP aus: Von diesen sagten der Umfrage zufolge sogar 76 Prozent, Brüderle wäre ein besserer Vorsitzender als Rösler.

Die Liberalen wollen auf ihrem traditionellen Dreikönigstreffen am Sonntag die Weichen für das Wahljahr 2013 stellen. Die Partei rangiert in den Umfragen seit Monaten um die Fünf-Prozent-Hürde und muss um ihren Wiedereinzug in den Bundestag fürchten. Für das Tief wird auch Parteichef Rösler verantwortlich gemacht. Sein Schicksal an der FDP-Spitze könnte auch davon abhängen, ob den Liberalen am 20. Januar bei der Wahl in Niedersachen der Wiedereinzug in den Landtag gelingt.

Für die Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag des "Stern" wurden in der Woche vor Weihnachten 1003 repräsentativ ausgesuchte Bürger befragt.

Rösler lässt seine Kandidatur nach wie vor offen

Rösler selbst hat seine Partei zum Auftakt des Wahljahres zur Geschlossenheit aufgerufen. "Die FDP steckt in einer schwierigen Phase", sagte Rösler der "Bild"-Zeitung. "Und alle in der Führung wissen, dass wir nur geschlossen wieder da raus kommen. Jetzt müssen nur noch alle danach handeln." Der Bundeswirtschaftsminister ließ erneut offen, ob er noch einmal für sein Parteiamt kandidiert. Diese Frage stehe jetzt nicht an. "Ich habe immer gesagt, dass ich Schritt für Schritt gehe. Der nächste Schritt ist der Erfolg in Niedersachsen."

In der Vergangenheit hatte Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel (FDP) Röslers alleinige Führungsrolle infrage gestellt und angeregt, dass der Parteichef nicht unbedingt Spitzenkandidat sein müsse. Die Führungsfrage der FDP dürfte auf dem Dreikönigstreffen der Liberalen am kommenden Sonntag in Stuttgart eine Rolle spielen. Eine neue Führungsspitze wählt die FDP auf ihrem Nürnberger Bundesparteitag Anfang Mai.

Die FDP setze im Wahlkampf auf ein klar erkennbares Profil, sagte Rösler. "Wir zeigen Haltung, unterscheiden uns grundlegend von unseren politischen Kontrahenten. Wir setzen auf solide Haushalte und stabiles Geld." Rot-Grün denke hingegen "nur ans Umverteilen, Schulden machen und Abkassieren". Rösler verteidigte sein Konzept weiterer Privatisierungen. Deutschland könne am bestem Wirtschaftsmotor in Europa bleiben, wenn es sich am Grundsatz "Privat vor Staat" orientiere.

Quelle: dpa/alu
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