27.12.12

Beruf und Familie

SPD will Eltern 30-Stunden-Woche bezuschussen

Die Sozialdemokraten wollen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie stärken. Die FDP weist den Vorstoß zurück.

Foto: dpa

Andrea Nahles will in Kooperation mit den Arbeitgebern eine auf zwei bis drei Jahre befristete Arbeitszeitreduzierung einführen.
Andrea Nahles will in Kooperation mit den Arbeitgebern eine auf zwei bis drei Jahre befristete Arbeitszeitreduzierung einführen.

Die SPD will mit einer staatlich bezuschussten 30-Stunden-Woche für junge Väter und Mütter die Vereinbarkeit von Beruf und Familie stärken. "Einerseits gibt es viele Frauen, die stärker aus ihrem Beruf rausgehen müssen, als sie es wollen. Und wir haben auf der anderen Seite Männer, die gerne mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen würden", sagte SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles.

Die Lösung könne in Zusammenarbeit mit den Arbeitgebern eine auf zwei bis drei Jahre befristete geringere Arbeitszeit sein, sagte Nahles. Der Staat könne einen Teil der Einbußen auffangen. Die Idee solle Teil des SPD-Wahlprogramms 2013 werden. SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück unterstützt die Idee eines solchen Arbeitszeitmodells.

Damit will die SPD für Bürger zwischen 25 und 40 Jahren neue Anreize schaffen. "Das wäre ein Angebot nach der Elternzeit, damit Familien für zwei, drei Jahre mehr Zeit für ihre Kinder durch eine Reduzierung der Arbeitszeit hätten. Wir wollen diese Rush Hour des Lebens zwischen 25 und 40 Jahren entzerren", sagte Nahles. "Das hilft vielleicht auch, einen Karriereknick für Frauen zu vermeiden, die zu lange raus sind aus dem Berufsleben." Es sei sehr traurig, dass Deutschland seit Jahren Schlusslicht bei Familien und Kindern sei, sagte die SPD-Generalsekretärin.

FDP-Generalsekretär Patrick Döring sagte dem "Tagesspiegel" über Nahles' Vorschlag: "Die SPD verliert bei ihrer Jagd nach Stimmen mit der Spendierhose endgültig die Bodenhaftung." Eine 30-Stunden-Woche für einen großen Teil der Bevölkerung könne und wolle sich Deutschland nicht leisten.

Ob ein solches Modell die Deutschen tatsächlich dazu anregt, mehr Kinder zu bekommen, ist zweifelhaft. Zuletzt hatte eine Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung ergeben, dass vor allem soziale und kulturelle Gründe gegen Kinder sprechen – neben den wirtschaftlichen. So seien Kinder nicht mehr für alle Deutschen der zentrale Lebensbereich, Hobbys und Freunde wichtiger. Außerdem glauben demnach viele junge Paare, dem Elternsein nicht gerecht zu werden. Zugleich sei die gesellschaftliche Anerkennung von Kindern in den vergangenen 50 Jahren gesunken.

Quelle: dpa
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