23.12.12

Anschlagsversuch

Deutsche Bahn erhöht Sicherheit auf ihren Bahnhöfen

Bahn-Chef Grube kündigte mehr Videoaufzeichnungen an. Den Manager treiben aber auch die fehlenden neuen ICE-Züge um.

Foto: picture-alliance/dpa

Seit einigen Tagen würden nun auch die Videobilder der Kameras im Bonner Hauptbahnhof aufgezeichnet, sagte Bahn-Chef Rüdiger Grube
Seit einigen Tagen würden nun auch die Videobilder der Kameras im Bonner Hauptbahnhof aufgezeichnet, sagte Bahn-Chef Rüdiger Grube

Nach dem gescheiterten Bombenanschlag auf den Bonner Hauptbahnhof will die Deutsche Bahn die Sicherheitsvorkehrungen an Bahnhöfen verschärfen. "Wir wollen mehr Videoaufzeichnungen und damit eine bessere Verfolgung von Straftaten auf Bahnhöfen", sagte Konzernchef Rüdiger Grube der "Bild am Sonntag".

Für Februar 2013 wolle er Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich, Vertreter der Länder und der Bundespolizei sowie Datenschützer zu einem sogenannten Sicherheitsgipfel einladen. "Ziel sind gemeinsame neue Konzepte für mehr Sicherheit an den Bahnhöfen", sagte Grube.

Auf dem Bonner Hauptbahnhof hatte am 10. Dezember 2012 ein Unbekannter womöglich aus der radikalislamischen Szene eine Sporttasche mit einem Sprengsatz abgestellt. Die Bombe wurde von Experten mit einem Wassergewehr zerstört. Videoaufnahmen eines Tatverdächtigen erhielten die Ermittler nur durch die Überwachungskamera in einem Schnellrestaurant im Bahnhof.

Seit einigen Tagen würden nun auch die Videobilder der Kameras im Bonner Hauptbahnhof aufgezeichnet, sagte Grube der "Bild am Sonntag". Dies sei mit der Bundespolizei vereinbart worden. "Generell gilt, dass wir die Bahnhöfe mit Kameras bewachen, Aufzeichnungen muss die Bundespolizei beauftragen", sagte der Bahnchef.

Bahn-Chef Grube ärgert sich über Zug-Lieferverzögerungen

Die Deutsche Bahn weiß noch nicht, wann sie die fehlenden ICE-Züge von Siemens geliefert bekommt. Bahn-Chef Rüdiger Grube sagte, es gebe für diese 16 ICEs nicht einmal mehr einen Liefertermin. "Es ärgert mich maßlos, dass dafür die Bahn-Mitarbeiter in den vollen Zügen den Ärger der Kunden abbekommen", sagte Grube.

Gleichzeitig kritisierte Grube die Zulassungsverfahren für Hochgeschwindigkeitszüge in Deutschland, da es mit den bestehenden Verfahren nur schwer möglich sei, den Hersteller zu wechseln. In der Flugzeug- oder Autoindustrie seien diese Verfahren zum Teil deutlich einfacher – ohne dass die Sicherheit der Verkehrsmittel gefährdet werde.

In dem Interview kritisierte Grube auch die von EU-Verkehrskommissar Siim Kallas geplante Trennung von Schienen- und Bahn-Betreibern. "Wenn wir das System nicht mehr gemeinsam betreiben dürfen, fallen mindestens fünf bis sechs Milliarden Euro Mehrkosten in Europa an", sagte er. Mit Blick auf die von Kallas angekündigten Einsparungen durch die Maßnahme in Höhe von 23 Milliarden Euro sagte Grube: "Ich habe noch keine einzige Kosten-Nutzen-Analyse aus Brüssel gesehen." Die EU halte hier nicht ein, was sie zugesagt habe.

Quelle: AFP/dapd/sei
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