15.12.12

Terrorismus

Bombe im Bonner Bahnhof - Drei Salafisten unter Verdacht

Im Fall des Bonner Bombenfundes führt die Spur ins radikal-islamistische Milieu. Drahtzieher könnte ein Deutscher in Somalia sein.

Foto: dpa

Polizisten sichern im Bahnhof in Bonn Spuren: Ein Sprengsatz wurde ferngezündet, detonierte aber nicht
Polizisten sichern im Bahnhof in Bonn Spuren: Ein Sprengsatz wurde ferngezündet, detonierte aber nicht

Nach dem versuchten Bombenanschlag am Bonner Hauptbahnhof ermittelt die Bundesanwaltschaft gegen mindestens drei verdächtige Salafisten.

Das Magazin "Der Spiegel" berichtete am Sonnabend, als Indiz für Täter aus dem radikal-islamischen Spektrum gelte bei den Ermittlern die Ankündigung eines derzeit in Somalia aktiven Deutschen, es müsse in Europa "mal wieder etwas geschehen".

Laut der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" ist der dunkelhäutige Mann, der die Tasche mit der Bombe abgestellt haben soll, als Mitglied der Bonner Islamistenszene identifiziert. Er habe Verbindungen zum Extremistennetzwerk al-Qaida, hieß es unter Berufung auf die Bundesanwaltschaft. Ein Sprecher der Behörde wollte sich am Sonnabend nicht äußern.

Als Konsequenz aus dem Anschlagsversuch verlangte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich eine bessere Videoüberwachung.

Die Tasche mit der Bombe war am Montag am Bonner Hauptbahnhof abgestellt worden. Der "Spiegel" berichtete, nach Erkenntnissen der Ermittler wäre die Bombe bei erfolgreicher Zündung nicht detoniert, sondern hätte eine Stichflamme verursacht.

Friedrich forderte eine Modernisierung der Videoüberwachung. Als Konsequenz aus den Bombenfund sowie die tödliche Prügelattacke auf einen Jugendlichen am Berliner Alexanderplatz müsse die Überwachung auf öffentlichen Plätzen und Bahnhöfen effizienter werden, sagte der CSU-Politiker dem "Spiegel". Mit einer besseren Technik ließen sich "Gewalttäter abschrecken und geplante Anschläge aufklären".

Die Bundesanwaltschaft hatte die Ermittlungen an sich gezogen, da es Anhaltspunkte gebe, dass eine islamistische, terroristische Vereinigung den Sprengstoffanschlag versucht habe.

Weiter hatte die Anwaltschaft angedeutet, den dunkelhäutigen Mann, der mit einem Phantombild gesucht wurde, zu kennen. Es gebe Hinweise dafür, dass die verdächtige Person über Verbindungen in radikal-islamistische Kreise verfüge, teilte sie am Freitag mit.

Quelle: Reuters/mim
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