15.12.12

Anschlag in Bonn

Ein Tatverdächtiger nach Bombenfund identifiziert

Der Mann soll aus dem nordrhein-westfälischen Langenfeld kommen und als Verbindungsmann zum Terrornetzwerk al-Qaida gelten.

Quelle: Reuters
12.12.2012 1:47 min.
Nach dem Fund eines Sprengsatzes auf dem Bonner Hauptbahnhof suchen die Ermittler eine zweite Person. Sie veröffentlichten ein Video aus einer McDonald's-Filiale, auf dem der Verdächtige zu sehen ist.

Nach dem versuchten Sprengstoffanschlag am Bonner Hauptbahnhof haben die Ermittler einem Bericht des Westdeutschen Rundfunks zufolge einen Tatverdächtigen identifiziert. Es soll sich um einen Mann aus dem nordrhein-westfälischen Langenfeld handeln, meldete der Sender am Sonnabend unter Berufung auf Sicherheitskreise.

Der Tatverdächtige gilt laut WDR als Verbindungsmann zum Terrornetzwerk al-Qaida. Allerdings sei bisher unklar, ob der Verdächtige tatsächlich zur Tatzeit am Bahnhof oder mit der Planung beschäftigt war.

Am Montag hatte ein Mann eine Sporttasche mit einer zündfähigen Sprengvorrichtung auf einem Bahnsteig im Bonner Hauptbahnhof abgestellt. Wahrscheinlich wurde der Sprengsatz auch ausgelöst, explodierte aber nach Medienberichten wegen einer Fehlkonstruktion nicht.

Der Berliner "Tagesspiegel" berichtete, der Sprengsatz passe von der Machart her zu einer Bombenbau-Anleitung aus dem Internet-Magazin einer al-Qaida-Filiale im Jemen. Bis auf wenige Abweichungen sei die Bombe mit der dort beschriebenen Konstruktion identisch.

Die Bundesanwaltschaft übernahm am Freitag die Ermittlungen. Sie bestätigte dabei in einer Mitteilung, es bestehe ein Anfangsverdacht gegen eine verdächtige Person, die "als Mitglied einer terroristischen Vereinigung einen Sprengstoffanschlag verüben wollte".

Die Bombe bestand nach vorläufigen Erkenntnissen der Ermittlungsbehörden aus einem etwa 40 Zentimeter langen Metallrohr, das zündfähiges Ammoniumnitrat enthielt und mit vier Druckgaspatronen umwickelt war. Ein Wecker und verschiedene Batterien sollten als Zündvorrichtung dienen. Medienberichten zufolge, die sich auf eine kriminaltechnische Untersuchung des Düsseldorfer Landeskriminalamts (LKA) beziehen, soll die Bombe ferngezündet worden sein, wegen eines Konstruktionsfehlers detonierte sie aber nicht.

Quelle: dpa/sei
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