14.12.12

Auslandseinsatz

Bundestag beschließt "Patriot"-Einsatz in der Türkei

Mit großer Mehrheit hat der Bundestag die Entsendung von zwei Raketenabwehrstaffeln beschlossen. 400 deutsche Soldaten gehen in die Türkei.

Foto: dapd

Abschuss einer Luftabwehrrakete vom Typ „Patriot“: Der Bundestag hat am Freitag die Entsendung von zwei Raketenabwehrstaffeln
Abschuss einer Luftabwehrrakete vom Typ "Patriot": Der Bundestag hat am Freitag die Entsendung von zwei Raketenabwehrstaffeln

Die Bundeswehr wird zu einem neuen Auslandseinsatz in die Türkei geschickt. Der Bundestag beschloss am Freitag mit großer Mehrheit die Entsendung von zwei deutschen "Patriot"-Raketenabwehrstaffeln mit insgesamt bis zu 400 Soldaten.

Die Bundeswehr soll dabei helfen, den Nato-Partner vor Angriffen aus dem Bürgerkriegsland Syrien zu schützen. Außer Deutschland sind bei dem Einsatz auch die USA und die Niederlande dabei.

Im Bundestag stimmten 461 von 555 Abgeordneten für die neue Mission. Es gab 86 Nein-Stimmen und acht Enthaltungen. Nur die Linkspartei hatte geschlossen Ablehnung angekündigt.

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) betonte, bei dem Einsatz handele es sich um eine "rein defensive Maßnahme". "Für uns ist selbstverständlich, dass wir unserem Partner und Verbündeten Türkei im Nato-Rahmen helfen, sich gegen eine äußere Bedrohung zu schützen."

Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) sagte: "Ich bedanke mich beim Bundestag für die schnelle Beratung und die breite Zustimmung für das Mandat." Die Türkei hatte die Nato erst im November offiziell um Beistand gebeten.

Der Einsatz soll Anfang nächsten Jahres beginnen. Die beiden deutschen Staffeln werden aller Voraussicht nach in der Nähe der Großstadt Kahramanmaras im Süden der Türkei stationiert, etwa hundert Kilometer von der Grenze entfernt. Das Mandat umfasst auch den Einsatz von deutschen Soldaten, die bei der Überwachung des türkischen Luftraums mit Awacs-Aufklärungsflugzeugen helfen.

Soldaten aus Mecklenburg-Vorpommern

Der Großteil der 400 deutschen Soldaten kommt von Raketeneinheiten aus Mecklenburg-Vorpommern. Wie die Luftwaffe am Freitag nach dem Beschluss des Auslandseinsatzes durch den Bundestag mitteilte, werden die Flugabwehrraketengruppen 21 in Sanitz und 24 in Bad Sülze östlich von Rostock das Hauptkontingent des deutschen "Einsatzmoduls Patriot" stellen. Sie sollen im Rahmen der "integrierten Luftverteidigung" mit dafür sorgen, den Nato-Partner Türkei vor Angriffen aus dem Bürgerkriegsland Syrien zu schützen.

Zu dem deutschen Einsatzmodul zählen laut Luftwaffe zwei Feuereinheiten sowie ein Führungs- und Versorgungselement. Zudem entsende die Bundeswehr Logistiker, Sanitäter, Feldjäger sowie weiteres Unterstützungspersonal. Waffensysteme und Material würden vorwiegend auf dem Seeweg in die Türkei gebracht, die Soldaten mit Flugzeugen.

Quelle: dpa/bee
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