06.12.12

Umfrage

CDU wird nur wegen Kanzlerin Merkel gewählt

Die Union liegt in der Wählergunst weiter vorn. Doch mit Themen kann die CDU nicht punkten, sondern wegen ihrer Frontfrau Angela Merkel.

Von Thomas Vitzthum
Foto: dpa

Die Deutschen vertrauen Angela Merkel in der Euro-Krise
Die Deutschen vertrauen Angela Merkel in der Euro-Krise

Die Union kann von Glück sagen, wenn die Euro-Krise bis zum Tag der Bundestagswahl noch nicht ausgestanden ist. Und sie sich weiter darum kümmern kann. Denn, überspitzt formuliert, mehr kann die Partei nicht. Zumindest in den Augen der wahlberechtigten Bürger, die ihre Stimme für den Deutschlandtrend von Infratest Dimap im Auftrag der ARD-"Tagesthemen" und der "Berliner Morgenpost" abgegeben haben. Die Euro-Krise in den Griff zu bekommen ist aus Sicht der Wähler die wichtigste politische Aufgabe. Und hier erhält die Union höchste Kompetenzwerte. 45 Prozent vertrauen ihr. Die SPD erreicht dagegen nur 23 Prozent.

Doch bei anderen Themen, die die Bürger als besonders wichtig erachten, sind es SPD und Grüne, die die Union teils weit hinter sich lassen. Die SPD sei eher dazu in der Lage, die Altersversorgung langfristig zu sichern, für eine gute Familienpolitik und Kinderbetreuung zu sorgen, die Chancen für Frauen zu verbessern, das Steuersystem gerecht zu machen. Schließlich trauen die Deutschen ihr auch eher zu, für bezahlbaren Wohnraum zu sorgen und soziale Gerechtigkeit herzustellen. Genauso wichtig wie ein stabiler Euro ist den Bürgern sichere und bezahlbare Energie (62 Prozent).

Union kann mit Themen nicht punkten

Und obwohl oder gerade weil die Union die Energiewende jetzt vorantreibt, muss sie es hinnehmen, hinter SPD und vor allem Grünen zurückzufallen. 32 Prozent glauben, dass die Grünen am ehesten in der Lage sind, den Wunsch nach billigem Strom zu erfüllen. Offenbar verfängt der Versuch vieler Unionspolitiker, die Öko-Partei als Bremser in der Energiewende und sich selbst als wahre Protagonisten des ökologischen Umbaus darzustellen, beim Wähler nicht.

Dennoch erreicht die Union in der Sonntagsfrage weiterhin hohe Werte. 39 Prozent würden sie derzeit wählen. Die SPD verharrt bei 30 Prozent. Auf die Frage, warum CDU und CSU bei der nächsten Bundestagswahl gewählt würden, antworten 44 Prozent "wegen Angela Merkel". Nur sieben Prozent sehen in den politischen Inhalten den Grund. Bei der SPD das umgekehrte Bild: Nur zehn Prozent glauben, Kanzlerkandidat Peer Steinbrück bringe die Menschen dazu, ihr Kreuz bei der Partei zu machen. 43 hingegen sind der Überzeugung, die politischen Inhalte passen.

Steinbrück nähert sich

Es ist also Angela Merkel allein, die die inhaltliche Leere der Union ersetzt. Auch an Beliebtheit über die Parteigrenzen hinaus kann es Peer Steinbrück noch nicht mit Merkel aufnehmen. Aber er nähert sich ihr langsam. Könnte man den Bundeskanzler direkt wählen, würden sich 39 Prozent und damit drei Prozent mehr als im November für ihn entscheiden. Angela Merkel verliert dagegen von 53 auf 49 Prozent.

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