28.11.2012, 14:35

Studie Deutschlands Senioren genießen den Ruhestand

Foto: Waltraud Grubitzsch / dpa

Die Rentner von heute fühlen sich im Durchschnitt zehn Jahre jünger. Und die große Mehrheit hat auch finanziell keine Sorgen.

Ältere Menschen in Deutschland fühlen sich im Durchschnitt zehn Jahre jünger als sie tatsächlich sind und führen überwiegend ein aktives, abwechslungsreiches Leben. Dieses Bild der 65- bis 85-Jährigen zeichnet eine Altersstudie des Allensbach-Instituts im Auftrag des Generali Zukunftsfonds, die am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde. Die Mehrheit der insgesamt gut 4000 Befragten stellt demnach den Erhalt der Gesundheit in den Mittelpunkt, weil sie ihr selbstbestimmtes Leben möglichst lebenslang beibehalten will.

Der Studie zufolge würden sich 58 Prozent der 65- bis 85-Jährigen nicht als alte Menschen bezeichnen, in der Teilgruppe der 65- bis 74-Jährigen sagten dies sogar 67 Prozent. Im Alltag der Älteren spielen demnach Familie und Hobbys, aber auch ehrenamtliches Engagement eine große Rolle. Im Durchschnitt sind die 65- bis 85-Jährigen an fünf Tagen in der Woche außer Haus unterwegs, jeder Dritte sogar täglich. Dabei verfügt die überwiegende Mehrheit der Befragten über enge familiäre Bindungen sowie einen stabilen Freundes- und Bekanntenkreis.

1,48 Milliarden Stunden Ehrenamt pro Jahr

45 Prozent der 65- bis 85-Jährigen engagieren sich der Umfrage zufolge im gesellschaftlichen Bereich, unter anderem im kirchlichen Umfeld sowie in Freizeit-, Sport- und Kultureinrichtungen – und zwar durchschnittlich rund vier Stunden pro Woche. Hochgerechnet auf die Gesamtheit der 65- bis 85-Jährigen ergibt dies laut Studie einen zeitlichen Umfang von 1,48 Milliarden Stunden pro Jahr, was der Arbeitszeit von etwa 870.000 Vollzeitbeschäftigten entspreche. Jeder Vierte, der sich aktuell engagiert, kann sich zudem eine Ausweitung seines ehrenamtlichen Engagements um sechs Stunden pro Woche vorstellen.

"Es ist nicht zu bestreiten, dass der demografische Wandel wachsende Anforderungen an die sozialen Sicherungssysteme stellt", erklärte dazu der Direktor des Instituts für Gerontologie der Uni Heidelberg, Andreas Kruse. "Doch ebenso wenig ist zu bestreiten, dass ältere Menschen mit ihren geistigen, emotionalen und zeitlichen, vielfach auch mit ihren materiellen Ressourcen eine bemerkenswerte Unterstützung der nachfolgenden Generationen leisten können."

2200 Euro netto im Monat

Ihre wirtschaftliche Lage bewerteten in der Umfrage 63 Prozent der Älteren als gut oder sehr gut. Im Durchschnitt verfügen die 65- bis 85-Jährigen demnach über ein monatliches Haushaltseinkommen von rund 2200 Euro netto, mehr als jeder Zweite wohnt in der eigenen Immobilie. 38 Prozent der Älteren gaben zudem an, ihre Kinder regelmäßig finanziell zu unterstützen, im Durchschnitt mit 157 Euro monatlich.

Bei der Befragung äußerte zudem eine große Mehrheit den Wunsch nach einer eigenen politischen Interessenvertretung: 80 Prozent der 65- bis 85-Jährigen halten eine Vertretung ihrer Interessen durch Verbände auf Bundesebene für erforderlich, auf kommunaler Ebene sehen 51 Prozent diese Notwendigkeit.

(AFP/dpa/ap)
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