25.11.12

Familienförderung

Union plant Gutscheine für Haushaltshilfen

Frauen sollen wieder leichter in den Job zurückkehren können. Deshalb will die Union die Beschäftigung von Haushaltshilfen finanziell fördern

Von Miriam Hollstein

Wer arbeiten geht, soll zu Hause entlastet werden: Die Union will Frauen die Rückkehr in den Beruf schmackhaft machen, indem sie "haushaltsnahe Dienstleistungen" – etwa durch Putzhilfen – finanziell fördert. Das berichtete der "Focus".

Konkret hätten sich die Familienpolitiker von CDU und CSU auf ein Gutschein-Modell geeinigt. Wer in den Job zurückkehren wolle, könne sich demnach bis zu 18 Monate bei der Arbeit zu Hause entlasten lassen. 15 Stunden haushaltsnaher Dienstleistungen pro Monat sollen demnach mit sechs Euro pro Stunde gefördert werden.

"Bezahlbare Hilfe im Haushalt"

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) unterstützt den Vorstoß: "Bezahlbare Hilfe im Haushalt erleichtert Familien das Leben und insbesondere Frauen nach der Elternzeit die Rückkehr in den Beruf. Außerdem können hierdurch neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze in Privathaushalten entstehen", sagte Schröder Morgenpost Online.

"Angesichts des großen Potenzials an hoch qualifizierten Frauen können wir dem Fachkräftemangel mit einer solchen Maßnahme begegnen. Deshalb brauchen wir solche Erleichterungen bei den haushaltsnahen Dienstleisungen."

Maßnahme gegen Facharbeitermangel

Gut ausgebildeten Frauen müsse Zeit für den Wiedereinstieg in den Beruf gegeben werden, sagte auch Unions-Fraktionsvize Ingrid Fischbach (CDU). Der Staat müsse ihnen helfen, Haushalt und Beruf wieder unter einen Hut zu bringen.

Angesichts von rund fünf Millionen Frauen zwischen 25 und 59 Jahren, die nicht erwerbstätig seien, sei die Maßnahme auch Beitrag im Kampf gegen den Facharbeitermangel. Zugleich solle Geringqualifizierten eine Perspektive jenseits von Schwarzarbeit geboten werden. FDP-Familienpolitiker befürworteten die Idee ebenfalls, so Fischbach.

Auch im Bundessozialministerium wird an Vorschlägen gearbeitet. "Wenn wir diese Dienstleistungen fördern, dann schaffen wir Zeit für Familien und schaffen gleichzeitig Arbeitsplätze", sagte Ministerin Ursula von der Leyen (CDU). Es besteht allerdings die Sorge, dass Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) den Vorstoß ausbremsen könne.

FDP reagiert zurückhaltend

Bei der FDP wird das Thema daher auch eher zurückhaltend kommentiert. "Den Gedanken, haushaltsnahe Dienstleistungen zu fördern, finde ich sympathisch", sagte die familienpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Miriam Gruß, Morgenpost Online. Gruß betonte aber: "Über die Details und Finanzierung muss allerdings noch geredet werden."

Fakt ist: Das Thema wird schon seit einiger Zeit in der Koalitionsrunde der Familienpolitiker immer wieder diskutiert. Allerdings ist es bislang immer an der Frage der Finanzierbarkeit gescheitert. Die Verhandlungen über den Haushalt sind gerade abgeschlossen worden. Gutscheine für Haushaltshilfen waren dabei kein Thema.

Quelle: Mit dpad/KNA/mim
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