17.11.12

Nach Urwahl-Schlappe

Grüne bescheren ihrer Chefin Roth einen realen Candystorm

Mit 88,49 Prozent votierten die Parteitagsdelegierten für die 57-Jährige und entschädigten sie so für die herbe Schlappe bei der Urwahl.

Foto: dpa

Die Bundesvorsitzende der Grünen, Claudia Roth, freut sich über das Votum ihrer Parteifreunde
Die Bundesvorsitzende der Grünen, Claudia Roth, freut sich über das Votum ihrer Parteifreunde

Mit einem starken Ergebnis ist die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth im Amt bestätigt worden. Beim Bundesparteitag am Sonnabend in Hannover erhielt sie 88,49 Prozent der Stimmen.

Und: Cem Özdemir bleibt neben Claudia Roth zwei weitere Jahre Vorsitzender der Grünen. Auch er wurde wiedergewählt, mit 83,3 Prozent der Stimmen. Er erzielte damit ein etwas schlechteres Ergebnis als vor zwei Jahren.

Nach der Schlappe von Claudia Roth beim Mitgliederentscheid über das Spitzenduo für die Bundestagswahl 2013 waren ihre Wiederwahl und das Ergebnis ein deutlicher Vertrauensbeweis. Bei ihrer letzten Wahl hatte Roth 2010 beim Parteitag in Freiburg nur 79,3 Prozent erhalten.

Das Ergebnis von Hannover ist ihr bisher zweitbestes bei Wahlen zum Parteivorsitz. Roth war bei der von ihr mit angestoßenen Urwahl über das Führungsteam für die Bundestagswahl nur auf dem vierten Platz gelandet. Daraufhin hatte die 57-Jährige einen Rückzug erwogen. Nach einer Unterstützungswelle hatte sie nach zweitägiger Bedenkzeit ihre Bereitschaft zu einer erneuten Kandidatur erklärt.

Unter großem Jubel der Delegierten hatte sie vor ihrer Wiederwahl um das Vertrauen der 800 Delegierten geworben. "Die Trauerzeit ist vorbei. Jetzt, liebe Freundinnen und Freunde, begrüße ich Euch zum letzten Jahr von Schwarz-Gelb", rief sie den Delegierten zu.

Die Parteilinke Roth führt die Grünen mit einer zweijährigen Unterbrechung seit 2001.

Den Ausschlag, sich nach der verlorenen Urwahl wieder als zur Parteichefin zur Wahl zu stellen, habe am am Ende der breite Unterstützung aus der gesamten Partei gegeben. Hunderte von E.Mails hätten sie erreicht, berichtete Roth. Auf Twitter organisierten ihre Unterstützer einen "Candystorm" und forderten sie auf, den Kopf nicht hängen zulassen: Weitermachen! Kämpfen!

Quelle: dpa/AFP/sei
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