13.11.12

Fest-Akku

Umweltbundesamt will iPhone und iPad verbieten

Die weltweite Ressourcenknappheit treibt das Umweltbundesamt um. Deswegen fordert die Behörde ein Verbot von Geräten mit fest verbauten Akkus. Betroffen wären iPad, iPhone und das neue Google-Handy.

Foto: dapd
Apple iPad Mini
iPad Mini und iPhone 5: Apple setzt bei seinen Geräten in der Regel auf fest verbaute Akkus

Der Präsident des Umweltbundesamtes, Jochen Flasbarth, hat sich für ein Verbot von Geräten ausgesprochen, die einen fest eingebauten Akku verwenden. "Dass das verschleißträchtigste Bauteil nicht einfach ersetzt werden kann, ist grotesk. Das muss man verbieten", zitiert ihn die "Frankfurter Rundschau".

Flasbarth spielt damit auf die beliebten Tablet-Computer an, etwa das iPad von Apple. Bei diesem lässt sich der Akku nicht einfach wechseln – das Gerät muss extra zurück an den Hersteller geschickt werden. Moderne Akkus haben etwa eine Lebensdauer von eineinhalb bis zwei Jahren, bevor ihre Leistungsfähigkeit deutlich nachlässt.

In diesem Fall muss der Hersteller oder eine Fachfirma den Akku wechseln. Da dabei bis zu 100 Euro fällig werden, verzichten viele Kunden darauf – obwohl das Gerät grundsätzlich noch funktionsfähig wäre.

Flasbarth empfiehlt, für Elektronik-Geräte eine bessere Recycling- und Demontage-Fähigkeit durch Modul-Bauweise vorzuschreiben. Hintergrund ist der stetig steigende Ressourcenverbrauch, der nach Meinung Flasbarths den weltweiten Wohlstand bedroht und einen effizienteren Einsatz von Rohstoffen zwingend notwendig macht.

Neben Tablet-Computern kommen die fest eingebauten Akkus auch bei Smartphones zum Einsatz, wie dem Google Nexus 4 oder dem iPhone (ebenfalls Apple).

Schnelles Verbot ist wohl illusorisch

Flasbarth glaubt allerdings wohl selbst nicht an ein schnelles Verbot der fest eingebauten Akkus. Der Fachzeitung c't hatte er bereits vor wenigen Monaten gesagt, dass nur ein europaweites Verbot sinnvoll sei: "Die EU könnte das innerhalb weniger Jahre etwa über die Ökodesign-Richtlinie verrechtlichen".

Seine Behörde könne demnach aber nicht mehr tun, als den Finger in die Wunde zu legen. Laut c't geht es in einem aktuellen EU-Entwurf zur Erweiterung der Ökodesign-Richtlinie ausschließlich um den Stromverbrauch von Geräten, aber nicht um ihre Bauweise.

Trotzdem macht Flasbarth laut "Frankfurter Rundschau" noch einen weiteren Vorschlag. Ausgemusterte Elektro-Kleingeräte sollten durch haushaltsnahe Rückgabe-Möglichkeiten erfasst werden. "Keiner fährt wegen eines kaputten Rasierers extra zum Recycling-Hof."

Quelle: lw
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