20.10.12

Plagiatsaffäre

Seehofer will Ex-Minister Guttenberg zurückholen

Der CSU-Chef will sich "intensiv darum bemühen", dem zurückgetretenen Minister eine "maßgeblicher Aufgabe" zu übergeben.

Foto: dpa/DPA

CSU-Chef Horst Seehofer (r.) und Ex-Verteidigungsminister Guttenberg im Oktober 2010: Seehofer will den über eine Plagiatsaffäre gestolperten Minister zurück in die Politik holen
CSU-Chef Horst Seehofer (r.) und Ex-Verteidigungsminister Guttenberg im Oktober 2010: Seehofer will den über eine Plagiatsaffäre gestolperten Minister zurück in die Politik holen

CSU-Chef Horst Seehofer will den früheren Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg nach den Wahlen 2013 in die Politik zurückholen. "Nach der Wahl werde ich mich darum bemühen", sagte Seehofer am Sonnabend am Rande des CSU-Parteitags in München.

"Aber jetzt machen wir erstmal die Wahl." Der über die Plagiatsaffäre um seine Doktorarbeit gestürzte Guttenberg soll nach Seehofers Vorstellung auch nicht ganz von vorn beginnen müssen. Der frühere Minister solle eine "maßgebliche" Aufgabe übernehmen, sagte Seehofer. Darüber berichtete zuerst das Bayerische Fernsehen.

Der CSU-Chef hatte schon mehrfach gesagt, dass er Guttenberg gerne zurückholen würde, aber bislang noch keinen Termin genannt. Sollte Guttenberg tatsächlich zurückkehren wollen, hätte er allerdings kein Abgeordnetenmandat, weil er bei der Bundestagswahl 2013 nicht kandidiert. Offen blieb daher, was Seehofer sich unter einer maßgeblichen Rolle vorstellt.

Seehofer will im Amt bleiben

Der bayerische Ministerpräsident bekräftigte zugleich, im Falle seiner Wiederwahl wolle er die gesamte nächste Legislaturperiode im Amt bleiben. Deshalb sei in den kommenden fünf Jahren keine Nachfolgediskussion notwendig.

Guttenberg war im März 2011 wegen seiner in weiten Teilen abgeschriebenen Doktorarbeit zurückgetreten. Er gab auch sein Bundestagsmandat sowie seine Parteiämter auf. Im November zog sich Guttenberg zudem mit öffentlicher Kritik an der CSU den Zorn der Parteispitze zu. Seehofer sagte seinerzeit, diese "Art und Weise, andere herabzusetzen, um sich selbst zu erhöhen", gehe so nicht.

Quelle: dpa/dapd/bee
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