18.10.12

Weltrekord

45.000 Kinder – Das ist die größte Schule der Welt

Angefangen hat die Schule einst mit fünf Kindern, jetzt hat die renommierte "City Montessori School" in Indien mit 45.000 Schülern einen neuen Rekord aufgestellt. Und er ist nicht der einzige.

Foto: AFP

Morgendliches Treffen in der „City Montessori School“ von Lucknow
Morgendliches Treffen in der "City Montessori School" von Lucknow

Für jeden Erstklässler ist die Schule ein echtes Abenteuer. Aber stellen Sie sich jetzt mal vor, Sie träfen dabei ihre fast 40.000 Mitschüler wie in der größten Schule der Welt, der "City Montessori School" (CMS) in Indien. Sie liegt in Lucknow und hat jetzt einen Eintrag im Guinness Buch der Rekorde erhalten, nachdem im Schuljahr 2010/11 genau 39.437 Schüler registriert waren.

"Die Auszeichnung ist herzallerliebst und ermutigend, aber auf die Größe kommt es nicht an", sagte Bharti Gandhi, die Ehefrau des Gründers Jagdish, die sich im Alter von 75 noch aktiv am Unterricht beteiligt, der Nachrichtenagentur AFP. "Unsere Schüler können außergewöhnliche Ergebnisse vorweisen."

2500 Lehrer und 3700 Computer

Schon einmal hat die Schule den Rekord gebrochen, im Jahr 2005 mit fast 29.212 Schüler. Damals löste sie die weltgrößte Schule auf den Philippinen mit etwa 20.000 Schülern ab. Zuvor war sie im Jahr 2002 von der Unesco für ihr Friedensengagement ausgezeichnet worden.

Inzwischen hat CMS die Zahl für das Jahr 2011/12 sogar noch weiter nach oben korrigiert – auf mehr als 45.000. Für sie sind mittlerweile 2500 Lehrer, 3700 Computer in den 1000 Klassenzimmern im Einsatz.

Die Schule hat einen besonders guten Ruf. Während der Pause können die Schüler ihre sportlichen Fähigkeiten in einem der elf Cricket-Teams trainieren. Nachwuchssorgen brauchen die Mannschaften nicht zu fürchten, denn es finden sich immer ein paar Talente, die sonst vermutlich unentdeckt geblieben wären.

Dabei fing CMS ganz klein an, als Jagdish und Bharti Gandhi die Schule im Jahr 1959 mit einen Darlehen von 300 Rupien (etwa sechs Dollar) ins Leben riefen. Die Anzahl ihrer Schüler damals: genau fünf.

Ihre Philosophie ist bis heute dieselbe: "Gute Erziehung ist eine Erziehung, die einen Menschen zu einem guten Mitglied einer Familie, der Gesellschaft und des Weltbürgertums" mache, wie es auf der Internetseite heißt.

Einheitliche Uniform für alle

Heute lehrt die Schule an fünf verschiedenen Standorten in Lucknow, der Hauptstadt von Uttar Pradesch – und ist berühmt für sein internationales Austauschprogramm.

Tatsächlich gehören die CMS-Schüler zu den besten des Landes: Zu den Absolventen zählen einflussreiche Banker bei Goldman Sachs, Mitglieder des indischen Diplomatencorps bei den Vereinten Nationen, Harvard-Gelehrte und führende Chirurgen und Wissenschaftler.

Die Schüler im Alter von drei bis 17 Jahren tragen alle einheitliche Uniformen, 45 Kinder in einer Klasse sind nicht unüblich. 1000 Rupien kostet das monatliche Schulgeld, bei Senioren 2500. Staatliche Unterstützung erhält die Schule nicht.

Die Konkurrenz in der Masse ist hart: "So eine große Schule bietet den Vorteil, dass die Schüler hier viele Freunde finden. Aber es kostet sehr viel Mühe aufzufallen. Wer sich nicht bemüht, bleibt nur einer von Tausenden", sagte Gandhi. Deshalb gäbe es viele Wettbewerbe.

Ein großes Treffen aller Schüler von allen Standorten hat es übrigens bis heute nicht gegeben – weil es keinen Ort gibt, der groß genug ist.

Quelle: kami
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