13.10.12

Virenschutz

Avira überwacht Facebook-Aktivitäten der Kinder

In vier Versionen kommt Avira 2013 in den Handel. Der Virenschutz soll jetzt auch Facebook & Co. für Kinder sicherer machen. Dabei reagiert der soziale Nachwuchsschutz allerdings oft übervorsichtig.

Foto: Avira/Computer Bild

Der Kinderschutz vom neuen Avira soll auch die Risiken von Facebook & Co. für den Nachwuchs minimieren
Der Kinderschutz vom neuen Avira soll auch die Risiken von Facebook & Co. für den Nachwuchs minimieren

Die Jagd auf Viren ist zwar noch immer das Kerngeschäft der Sicherheitsprogramme, aber mittlerweile erledigen sie auch diverse Nebenjobs: Sie schützen vor Spam, Datenklau und Botnetzen, einige sollen auch Online-Banking sicherer machen.

Mit seinen neuen Programmen für 2013 spannt Avira einen neuen Schutzschirm auf, um die Risiken von Facebook & Co. für den Nachwuchs zu minimieren. Leider verzichtet der Hersteller wenige Wochen vor Marktstart auf jegliche Unterstützung von Windows 8.

Soziale Schutzschicht

Den Kinderschutz für soziale Netzwerke bietet Avira parallel zur 2013er-Version als Online-Dienst mit dem Namen "SocialShield" ("Sozialer Schild") an. Zwar leiten die neuen Avira-Programme den Nutzer per Klick an SocialShield weiter, der Kinderschutz funktioniert aber auch eigenständig im Browser.

Mit diesem Dienst sollen Eltern die sozialen Web-Aktivitäten ihrer Sprösslinge beaufsichtigen und im Notfall reagieren können, wenn etwa der Verdacht auf Cybermobbing besteht. Ein besonderes Augenmerk legt Avira auf Facebook, weshalb sich SocialShield mit den Benutzerprofilen des Nachwuchses verbindet.

Unter www.socialshield.com führt der Hersteller durch die Einrichtung des deutschsprachigen Dienstes. Hier bestimmen die Eltern, wie sensibel der Schutzschirm beispielsweise auf sexuelle Anspielungen reagiert. Auch vor volljährigen Netz-Freunden kann SocialShield warnen.

Übersichtlich – und übervorsichtig

Computer Bild hat den sozialen Kinderschutz ausprobiert. Die Zusammenfassung der verschiedenen Netzwerke der Kinder ist übersichtlich, mit einem Blick auf die aktuelle Warnstufe haben Eltern neue Ereignisse im Blick – auch unterwegs.

Allerdings waren die Warnungen oft übervorsichtig: Aus einem Facebook-Eintrag über zwei "Kugeln" Eis leitete SocialShield beispielsweise Anzeichen von Gewalt ab. Und selbst das Wort "Party" war dem Dienst bereits einen Alarm wert.

Damit die Verknüpfung der Netzwerke mit SocialShield überhaupt gelingt, ist ein Vertrauensbeweis nötig: Die jungen Surfer müssen die Passwörter an ihre Eltern rausrücken. Und erhalten die eine Warnung, ersetzt der Schutzschirm trotz aller Kontrollen nicht das Gespräch mit den Kindern über die Risiken sozialer Netzwerke.

Quelle: Computer Bild. Mehr zum Thema finden Sie in der Computer Bild, Ausgabe 22/2012.

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