14.06.12

Transplantation

Stammzellen überleben Menschen um mehrere Tage

Der Stammzellforschung mangelt es an Spendern. Da kommt eine Entdeckung gerade recht: Die Zellen fallen nach dem Tod in eine Art Schlaf, bis sie absterben. So könnten künftig Tote Stammzellen spenden.

Foto: Fabian Schindler
Stammzellforschung
Stammzellen sind zu vielem fähig und deshalb nicht nur für die Forschung begehrt

Französische Wissenschaftler haben eine überraschende Entdeckung zu Stammzellen gemacht: Die für Transplantationen wichtigen Zellen überleben den Menschen um mehrere Tage.

Die Stammzellen fallen nach dem Tod ohne Sauerstoff in eine Art Schlaf und können mehr als zwei Wochen danach unbeschadet wieder zum Einsatz kommen, wie Wissenschaftler des Pariser Pasteur-Instituts laut einer Veröffentlichung der Zeitschrift "Nature Communications" herausfanden.

Die Experten entnahmen einer im Alter von 95 Jahren gestorbenen Frau Stammzellen aus dem Muskel. "17 Tage nach ihrem Tod hatten wir Millionen neuer Stammzellen, die wir wieder zu Muskelfasern entwickeln konnten", berichtete Forschungsleiter Fabrice Chrétien.

Wichtig für Transplantationen

Bei ihren Experimenten fanden die Forscher heraus, dass die Stammzellen ohne Sauerstoff besser überlebten als mit, was künftig auch für die Lagerung der wertvollen Zellen wichtig sein könnte.

Auch bei lebenden Menschen schalten die Stammzellen beispielsweise bei einer schweren Verletzung des Muskelgewebes in eine Art Schlafmodus, da sie nicht genug Sauerstoff bekommen. Danach treten die Zellen wieder in Aktion, um das kaputte Muskelgewebe zu "reparieren".

Die so genannten adulten Stammzellen, die jeder Mensch hat, können sich in festgelegte Zell- oder Gewebetypen entwickeln und sind deshalb für Transplantationen wichtig.

Momentan gibt es zu wenig Spender. Die Erkenntnisse der französischen Forscher könnten es nun ermöglichen, auch auf Tote zurückzugreifen.

Quelle: AFP/cl
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