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25.02.12

Jemen

Anschlag mit vielen Toten überschattet Machtübergabe

Jemens neuer Präsident Hadi sagt bei seiner Vereidigung al-Qaida den Kampf an. Kurz danach kommen bei einem Anschlag Dutzende Menschen ums Leben.

© AFP
Jemen
Zu dem Anschlag in der Provinz Hadramout soll sich die radikal-islamische Al-Qaida bekannt haben

Wenige Stunden nach der Vereidigung des neuen jemenitischen Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi sind bei einem Bombenanschlag nahe einem Anwesen des Staatschefs in der Stadt Al-Mukalla mindestens 25 Menschen getötet worden. Aus Sicherheitskreisen verlautete, ein Selbstmordattentäter habe sich in seinem Auto in die Luft gesprengt.

Die radikal-islamische Al-Qaida soll sich zu dem Anschlag bekannt haben, der in der Provinz Hadramout stattfand, einem Teil des ehemals unabhängigen Südens, der sich 1990 mit dem Norden wiedervereinte. In der Region kämpfen sowohl Separatisten als auch die Al-Qaida gegen die Regierung in Sanaa.

Ein Augenzeuge sagte, er habe einen Pick-up langsam auf das Tor zurollen sehen, aus dem Soldaten herausgekommen seien. Dann habe es eine Explosion gegeben. Anschließend hätten die Wachen das Feuer eröffnet. Die Polizei leitete Ermittlungen ein.

Staatschef Abd-Rabbu Mansur Hadi löst Präsident Ali Abdullah Saleh ab, der nach 33-jähriger Herrschaft in monatelangen Massenprotesten gestützt worden war. In einer Fernsehansprache vor seiner Vereidigung hatte Hadi geschworen, den Kampf gegen die al-Qaida fortzuführen.

"Die Fortsetzung des Kampfes gegen al-Qaida ist eine nationale und religiöse Pflicht", sagte er in seiner Rede. Zugleich betonte der neue Präsident, das Land müsse einen Schlussstrich unter seine innenpolitische Krise ziehen: "Wenn wir uns den Herausforderungen nicht stellen, wird das Chaos regieren." Die wirtschaftlichen Probleme müssten angegangen und die wegen der Proteste Geflüchteten zurückgeholt werden.

Der UN-Gesandte im Jemen, Jamal Benomar, sagte, das Land habe ein neues Kapitel aufgeschlagen. "Wir erleben den Beginn einer Phase, die nach meiner Einschätzung in den kommenden zwei Jahren großartige Ergebnisse erbringen kann", lobten auch die USA. Hadis Aufgabe ist es, einen zweijährigen politischen Reformprozess zu überwachen. Am Ende soll es eine neue Verfassung und Parlamentswahlen geben. Zudem soll das Militär reformiert werden.

Hadi wird am Montag ins Amt eingeführt. Der nach monatelangen Massenprotesten abgesetzte Saleh will an dem Staatsakt teilnehmen. Der 69-Jährige war erst am Freitag aus den USA zurückgekehrt, wo er sich medizinisch behandeln ließ .

Hadi war der einzige Kandidat bei der Wahl am Dienstag. Deswegen stand vor allem die Wahlbeteiligung unter Beobachtung, da sie als einziger Hinweis dafür galt, wie stark die Unterstützung für Hadi in der Bevölkerung ist. Nach Angaben der jemenitischen Wahlbehörde nahmen mehr als 60 Prozent der registrierten zehn Millionen Wahlberechtigten an dem Urnengang teil. 99,8 Prozent der Wähler stimmten demnach für Hadi. Im Jemen lebt fast die Hälfte der 23 Millionen Einwohner von weniger als zwei Dollar am Tag.

Die Machtübergabe an Hadi wurde von den Golfstaaten vermittelt und wird vom Westen gestützt. Saleh ist bereits der vierte arabische Autokrat innerhalb eines Jahres, der gestürzt worden ist.

Quelle: dapd/Reuters/nics
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