Ungarn
Wirbel um angeblichen Medien-Putsch gegen Premier Orbán
Wirre Behauptungen aus Ungarn: Viktor Orbán soll den US-Sender CNN beschuldigt haben, ihn stürzen zu wollen. Die Führung der Regierungspartei bestreitet das entschieden.
Der rechts-konservative ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán hat angeblich dem US-Nachrichtensender CNN vorgeworfen, den Sturz seiner Regierung herbeiführen zu wollen.
Wie ungarische Medien berichteten, habe Orbán zwei Tage zuvor auf einer Fraktionsklausur der Regierungspartei FIDESZ (Bund Junger Demokraten) in der nordungarischen Stadt Eger behauptet, gegen ihn sei "ein auf drei Beinen stehender Putschversuch" unternommen worden. Daran solle auch CNN beteiligt gewesen sein.
Führende Fideszpolitiker dementierten dagegen diese Berichte, die ihren Aussagen zufolge ihren Ursprung in "elektronischen Medien" hatten. Fraktionschef János Lázár erklärte:
"Die in elektronischen Medien zuerst verbreiteten Berichte haben null Wahrheitsgehalt. Viktor Orbán hat in seiner Rede überhaupt nichts gesagt, was auf seine Person bezogen gewesen wäre. Es gab keine solchen Aussagen, es gab keine solche Rede, es gab keine diesbezüglichen Informationen."
Auch ungarische Diplomaten sollen verwickelt sein
In den Umsturzversuch verwickelt seien auch ungarische Diplomaten, die mit der Opposition sympathisieren, und nicht näher genannte Geheimdienste, so hatte es in ungarischen Medien geheißen.
Der US-Sender CNN habe in seiner Berichterstattung über Ungarn im Dezember "absichtlich den Eindruck erwecken wollen", dass die Unzufriedenheit mit seiner Person innerhalb des FIDESZ wachse und sein Einfluss deshalb sinke, zitierten die Medienberichte den Regierungschef unter Berufung auf Teilnehmer der Klausur.
Konkrete Anhaltspunkte für einen Putsch hatte Orbán den Berichten zufolge nicht genannt. Er habe aber den Großteil seiner eineinhalbstündigen Eröffnungsrede auf der Klausur nur diesem Thema gewidmet.
Orbán muss wegen Kritik der EU und des Internationalen Währungsfonds (IWF) seine bisherige Politik in einigen Punkten ändern.
Beobachter meinen, das Erzeugen einer "Wagenburg-Mentalität" durch das Beschwören angeblicher Putschbestrebungen könnte die mögliche Verunsicherung unter den eigenen Anhängern abschwächen.
Ungarn sieht sich derzeit mit drei Vertragsverletzungsverfahren und einem Defizitverfahren seitens der EU-Kommission konfrontiert. Das Land ist wirtschaftlich angeschlagen und bemüht sich bei IWF und EU um einen neuen Notkredit. Kritiker werfen Orbán autoritäre Tendenzen und den Abbau der Demokratie in Ungarn vor.
Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
- Ungarn: Putschversuch oder Kampagne gegen Viktor Orbán?
- Streit mit Ungarn: Martin Schulz wirft Orbán "Doppelzüngigkeit" vor
- EU-Vertragsverletzung: "Die Kritik an Ungarn ist von Dummheit geprägt"
- Vertragsverletzungsverfahren: Premier Orbán beugt sich dem Druck
- Vertragsverletzungsverfahren: Ungarn zum Einlenken im EU-Streit bereit
- Vertragsverletzungsverfahren: Löning um Unabhängigkeit von Ungarns Justiz besorgt
-
18:34Vatikan-Bank: Bank-Chef Gotti Tedeschi gefeuert
-
18:31Drogeriemarkt: Schlecker bekommt noch eine Woche Galgenfrist
-
18:09Tarifrunden 2012 : Bei den Löhnen wird wieder kräftig zugelangt
- 1. Live-Ticker Herthas Raffael hatte Tränen in den Augen
- 2. Drogeriekette Berggruen macht Schlecker-Mitarbeitern Hoffnung
- 3. Bauexperten Zweifel am neuen Eröffnungstermin für BER wachsen
- 4. "Ein Scherz" Flugsicherung prüft juristische Schritte gegen RBB
- 5. Entscheidungslösung Der Bundestag beschließt Organspende-Reform














