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07.02.12

Putschversuch

Präsident der Malediven tritt nach Meuterei zurück

Nach wochenlangen Protesten und einem Putschversuch der Polizei auf den Malediven hat Präsident Mohammed Nasheed seinen Rücktritt erklärt. Das Auswärtige Amt rät zur Vorsicht bei Urlaubsreisen.

Ute Quante

Im Süden der Malediven gibt es sie noch: Unberührte, unbewohnte Inseln.

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Nach wochenlangen Oppositionsprotesten ist der erste demokratisch gewählte Präsident der Malediven, Mohamed Nasheed, zurückgetreten. Ein Regierungssprecher in Male sagte, Vizepräsident Mohammed Waheed Hassan werde noch am Dienstag die Amtsgeschäfte übernehmen.

Maledivische Medien hatten zuvor von einem Putschversuch auf der südasiatischen Inselkette berichtet. Nasheed (44) verkündete seinen Rücktritt als Staats- und Regierungschef in einer Fernsehansprache.

In einer "Botschaft an das Volk" auf seiner Homepage rief Waheed - noch in seiner Funktion als Vizepräsident – die staatlichen Institutionen dazu auf, die Verfassung zu achten. "Es ist für das Land in der in der derzeitigen Situation besser, dass ich zurücktrete", sagte Nasheed am Dienstag in einer Fernsehansprache. "Ich will das Land nicht mit eiserner Hand führen. Ich trete zurück."

Die unabhängige Nachrichtenseite "Minivan News" hatte zuvor gemeldet, Meuterer aus der Polizei hätten sich Demonstranten der Opposition angeschlossen. Das Büro des Präsidenten hatte mitgeteilt, die Regierung unternehme alles, um die Lage zu stabilisieren.

Die Spannungen auf den Malediven eskalierten, seit im vergangenen Monat ein Richter festgenommen wurde, der die Freilassung eines Regierungskritikers angeordnet hatte.

Der frühere politische Gefangene Nasheed war im November 2008 als erster demokratisch gewählter Präsident der Malediven vereidigt worden. Damit waren 30 Jahre autokratischer Herrschaft auf der Inselkette beendet worden.

Das kleine südasiatische Land besteht aus 1190 Inseln im Indischen Ozean, von denen nur rund 200 bewohnt sind. Tourismus und Fischerei sind die Haupteinnahmequellen der muslimischen Bewohner. Die Malediven sind bei westlichen Urlaubern – und wegen ihrer Korallen- und Fischvielfalt besonders bei Tauchern – sehr beliebt.

Das Auswärtige Amt in Berlin rät seit Januar zur Vorsicht bei Besuchen der Malediven. "Aufgrund innenpolitischer Spannungen haben in jüngster Zeit in der Hauptstadt Male mehrfach Demonstrationen mit teilweise gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei stattgefunden", heißt es in den Reise- und Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amtes. "Touristen wird daher momentan geraten, größere Menschenansammlungen in der Hauptstadt zu meiden."

Quelle: dpa/AFP/mim
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