Kämpfe in Homs
Das Töten in Syrien geht nach Veto weiter
Nach dem Veto Chinas und Russlands im UN-Sicherheitsrat sind die Kämpfe um die belagerte Stadt Homs weitergegangen. Arabische Sender sprechen erneut von zahlreichen Toten. Widerstandsgruppen rechnen mit einer "Großoffensive".
Syrische Truppen haben am Montagmorgen nach Angaben der Opposition erneut die Stadt Homs im Zentrum des Landes angegriffen und dadurch "zahlreiche Opfer" verursacht. Arabische Nachrichtensender wie Al-Dschasira berichteten live aus der belagerten Stadt. Das Syrische Observatorium für Menschenrechte sprach von mindestens zwölf Toten.
Die Aktivisten der Örtlichen Koordinationskomitees berichteten, auch ein behelfsmäßig errichtetes Lazarett in der Stadt sei getroffen worden und es habe Todesopfer gegeben. Eine Zahl nannten sie nicht. "Wir haben die ganze Nacht nicht geschlafen", sagte der Aktivist Madschd Amer in einem Telefonat. Im Hintergrund waren Explosionen zu hören.
Homs ist ein Zentrum des Widerstands gegen die syrische Staatsführung unter Präsident Baschar al-Assad. Am Wochenende wurde die Weltöffentlichkeit durch Berichte über ein "Massaker" aus der Nacht zum Samstag aufgeschreckt, bei dem in Homs nach Angaben der Opposition mehr als 230 Menschen getötet wurden.
Syrer befürchteten Großoffensive
Die jüngsten Angriffe richteten sich nach Angaben der Opposition gegen die Stadtviertel Baba Amro und Inschaat. Die Widerstandsgruppen rechneten mit einer "Großoffensive". Sie forderten die Weltgemeinschaft auf, ein "weiteres Massaker" zu verhindern.
Der im Exil lebende ehemalige syrische Landwirtschaftsminister Asaad Mustafa bestätigte unterdessen Befürchtungen über eine Großoffensive. Mustafa sagte Al-Arabij, er habe vor zwei Wochen aus dem Kreis um Präsident Baschar al-Assad erfahren, dass sein Regime plane, die Stadt Homs, Ortschaften im Umland von Damaskus, die Ortschaft Dschabal al-Sawija und die Stadt Hama "zu zerstören".
Insgesamt wurden seit Beginn des Aufstandes gegen Assad im vergangenen März nach UN-Angaben mehr als 5400 Menschen getötet. Eine Verurteilung durch den UN-Sicherheitsrat kam bislang nicht zustande. China und Russland legten am Wochenende erneut ein Veto gegen einen Resolutionsentwurf ein. Russland ist seit Sowjetzeiten mit Syrien verbündet.
Al-Arabija meldete, die Außenminister der arabischen Golfstaaten wollten sich nach dem Veto am kommenden Sonnabend in der saudischen Hauptstadt Riad treffen, um über den Syrienkonflikt zu sprechen. Einen Tag später sollen dann die Außenminister der Staaten der Arabischen Liga in Kairo zusammenkommen.
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