Atomstreit
Deutschland sucht schon Ersatz für iranisches Öl
Außenminister Westerwelle beschwört andere Ölländer zur Einhaltung der Sanktionen gegen den Iran. Unterdessen beginnt Teherans Revolutionsgarde ein Manöver.
Die Bundesregierung bereitet sich auf mögliche Folgen des von der EU beschlossenen Öl-Embargos gegen den Iran vor. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) sagte der "Saarbrücker Zeitung", man sei wegen des Ersatzes der ausfallenden iranischen Öllieferungen im Gespräch mit anderen Förderländern. "Noch wichtiger ist, dass auch die anderen Öl-Importländer die Sanktionen nicht unterlaufen und ihre Importe aus dem Iran nicht erhöhen. Hier gibt es durchaus ermutigende Signale."
Mit Blick auf die Drohung Teherans, im Gegenzug die Straße von Hormus zu schließen, appellierte Westerwelle an die iranische Führung, "diese Eskalation der Worte zu unterlassen". Die Sanktionen seien notwendig, weil eine nukleare Bewaffnung des Irans nicht nur für Israel und die Sicherheit der Region gefährlich sei, sondern auch die Sicherheitsarchitektur weltweit gefährden würde.
Die Tür für Gespräche bleibe trotz der Sanktionen offen, sagte Westerwelle. "Der Iran hat es in der Hand, jederzeit die Sanktionen zu beenden, indem er seinen internationalen Verpflichtungen gerecht wird und nachprüfbar auf jede Option einer nuklearen Bewaffnung verzichtet."
Am Morgen hat die iranische Revolutionsgarde ein Manöver in der Straße von Hormus begonnen. Die Übung werde einen Monat dauern, berichteten iranische Medien, nannten aber keine Einzelheiten. Die Revolutionsgarde steht unter der direkten Kontrolle des geistlichen Führers Ayatollah Ali Chamenei und ist unter anderem für das Raketenprogramm des Landes verantwortlich.
Das Manöver war schon seit Wochen geplant. Chamenei hatte in einer Fernsehansprache am Freitag vor ausländischen Angriffen auf die iranischen Atomanlagen gewarnt. Solche Angriffe würden den US-Interessen im Nahen Osten "zehn Mal mehr" schaden als dem Iran, erklärte er. Chamenei sicherte allen Gegnern Israels die Unterstützung seines Landes zu.
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