Angriff in Homs
Hunderte Tote bei Blutbad in Syrien
Im syrischen Homs sind in der Nacht nach Angaben arabischer Nachrichtensender Hunderte Menschen von der Armee getötet worden. Die Opposition sprach vom "erschreckendsten Massaker" seit Beginn der Proteste gegen Machthaber Assad. Syrien wiegelt ab. Der Uno-Sicherheitsrat wird heute doch über eine Resolution zu Syrien abstimmen.
Bei dem Blutbad im syrischen Homs hat die Armee nach Angaben des arabischen Fernsehsenders Al-Arabija mehr als 300 Menschen getötet. Wie der Sender Sonnabendfrüh weiter berichtete, wurden etwa 1300 Menschen verletzt.
Das syrische Staatsfernsehen bestritt nach Angaben des US-Senders CNN Berichte über den Beschuss von Stadtvierteln in Homs durch die Streitkräfte. Das sei eine "Medienkampagne", die Lügenmärchen und Unwahrheiten benutze, um die Entscheidung des UN-Sicherheitsrates zu beeinflussen und um Verbrechen und Angriffe zu verschleiern, die von bewaffneten terroristischen Gruppen begangen worden seien, berichtete der US-Fernsehsender CNN weiter.
Die arabischen Nachrichtensender Al-Arabija und Al-Dschasira hatten von "schweren Kämpfen" zwischen Soldaten der regulären Armee und Deserteuren in Homs berichtet. Sie zeigten Bilder von dutzenden Leichen am Boden. Syrien dementierte, dafür verantwortlich zu sein. Die toten Zivilisten, die in den Berichten zu sehen gewesen seien, seien "von bewaffneten Männern entführt und getötet" worden, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Sana.
Der Syrische Nationalrat, die wichtigste Oppositionsgruppe des Landes, erklärte, in Homs seien in der Nacht zum Sonnabend 260 Zivilisten getötet worden. In einer Erklärung war von dem "erschreckendsten Massaker" seit Beginn der Proteste gegen Präsident Baschar al-Assad im März 2011 die Rede. Der Nationalrat appellierte zudem an Russland, "das Regime klar zu verurteilen und es für die Massaker verantwortlich zu machen".
Trotz einer russischen Vetodrohung will der UN-Sicherheitsrat noch heute über eine Syrien-Resolution entscheiden. Marokko hat den Sonnabend eine Sondersitzung beantragt und will seinen Entwurf dann zur Abstimmung bringen, hieß es von westlichen Diplomaten. Nur wenige Stunden zuvor hatte die Vetomacht Russland mitteilen lassen, sie wolle das auch von ihrem Botschafter ausgehandelte Papier nicht mittragen.
Russland kann mit seinem Veto jede noch so starke Mehrheit überstimmen und hat das in der Vergangenheit auch getan, um jede Kritik an seinem Waffenkunden Syrien zu unterbinden. Auf russisches Drängen war der von Arabern und Europäern eingebrachte Entwurf bereits verwässert worden, die Ächtung des Waffenhandels, der Ruf nach freien Wahlen und der Ablösung von Syriens Präsident Baschar al-Assad fand sich nicht mehr in dem Kompromiss.
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