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18.08.11

Dschihad-Popstar

Deutscher Terrorist in Pakistan schwer verwundet

Mounir C. aus Bonn gilt als "Popstar" der Dschihad-Szene. Er trat in Dutzenden Propagandavideos auf. Nun soll er in Pakistan Opfer eines Drohnenangriffs geworden sein.

© FF/internet
Islamist Mounir C.

Eine islamistische Internetseite meldet, der deutsche Terrorist Mounir C. sei im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet vor kurzem schwer verwundet, eventuell sogar getötet worden.

Der Deutsch-Marokkaner Mounir C. (29), der den Kampfnamen "Abu Adam" trägt, sei entweder bei einer militärischen Operation in Waziristan oder bei einem amerikanischen Drohnenangriff schwer verletzt worden, meldet eine islamistische Gruppe aus Pakistan. Die Informationen stammen angeblich direkt von der "Islamischen Bewegung Usbekistans" (IBU), der Mounir C. angehörte.

Mounir C.s Reise zum Dschihad

Nach Informationen von Morgenpost Online gab es in den vergangenen Wochen tatsächlich ein deutsches Opfer bei einem Drohnenangriff im pakistanischen Waziristan. Ob der deutsche Terrorist dabei starb, ist nicht bekannt. Zwei usbekische Islamisten sollen jedoch getötet worden sein.

Mounir C. und sein Bruder Yassin C. waren 2007 von Deutschland aus zunächst in den Jemen und anschließend weiter nach Pakistan gereist. In Deutschland waren die Brüder eher unauffällig. Mounir C. machte das Abitur, absolvierte seinen Grundwehrdienst und begann anschließend eine Ausbildung beim Bundesamt für Statistik.

Noch zu Schulzeiten geriet er immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt. Gegen ihn wurde wegen Schwarzfahrens und Drogendelikten sowie Einbrüchen ermittelt. Zu einem Verfahren kam es jedoch nie.

Aus dem Bonner Mounir C. wird der militante "Abu Adam"

Nach einer Pilgerfahrt nach Mekka soll sich der Deutsch-Marokkaner stärker dem Islam zugewandt haben. Er besuchte nun häufig die Bonner Al-Muhsinin-Moschee, betete regelmäßig und las den Koran. Im Jahr 2007 wanderte Mounir C. in den Jemen aus, wo er offenbar Sprachschulen besuchte. Anschließend folgte die Reise ins afghanisch-pakistanische Grenzgebiet, wo aus dem jungen Bonner Mounir C. der militante Dschihadist "Abu Adam" wurde.

Mounir und Ibrahim C. schlossen sich in Pakistan der "Islamischen Bewegung Usbekistans" (IBU) an und treten seitdem regelmäßig in deutschsprachigen Propagandavideos auf, die im Internet veröffentlicht werden. Die Terrorgruppe IBU operiert im Grenzgebiet zu Afghanistan und soll aus mehreren tausend Kämpfern bestehen.

Mindestens fünf Deutsche starben in Reihen des IBU

Im pakistanischen Stammesgebiet Waziristan unterhält die IBU terroristische Ausbildungslager, in denen auch deutsche Islamisten trainiert werden. Mindestens fünf Dschihadisten aus Deutschland kamen bereits in den Reihen der IBU ums Leben, zwei davon bei Kämpfen im Norden Afghanistans.

Javad S. aus Bonn wurde 2009 von pakistanischen Soldaten erschossen. Ein islamistischer Kämpfer namens "Farooq der Deutsche" kam bei einem Selbstmordanschlag auf ein Büro einer Entwicklungshilfe-Organisation im nordafghanischen Kunduz ums Leben.

In der gleichen Region starb im Frühjahr dieses Jahres Abdullah H. aus Essen . Er wurde von US-Soldaten erschossen. Der Hamburger Shahab D. und der Wuppertaler Deutsch-Türke Bünyamin E. wurden im Oktober 2010 getötet, als eine US-Drohne eine Rakete auf ein Haus in Waziristan abfeuerte.

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