Bernd Schmidbauer
Kohls Geheimdienstkoordinator verhandelt mit Libyen
Nach eigenen Worten hat der ehemalige Staatsminister im Kanzleramt mit dem Gaddafi-Sohn Saif al-Islam über die Bedingungen eines Waffenstillstands gesprochen.
Die USA haben das Kommando für die Luftangriffe an die Nato übergeben. Allerdings beteiligen sie sich weiterhin mit ihren High-Tech-Waffen. So kamen drei B-2-Tarnkappenbomber zum Einsatz.
Der frühere Geheimdienstkoordinator der Bundesregierung, Bernd Schmidbauer, hat sich offenbar Anfang der Woche mit hochrangigen libyschen Regierungsvertretern in Tripolis getroffen. Machthaber Muammar al-Gaddafi und sein Sohn Saif al-Islam hätten dem früheren Staatsminister mitgeteilt, dass Libyen einem Waffenstillstand unter der Kontrolle der UN und der Afrikanischen Union sofort zustimmen würde, berichtete das Nachrichtenmagazin "Focus".
"Ich bin auf Einladung der libyschen Regierung von Montag bis Mittwoch nach Tripolis gereist und habe dort hochrangige Regierungsmitglieder und Gaddafis Sohn Saif al Islam zu Gesprächen getroffen", sagte Schmidbauer der "Bild am Sonntag".
Schmidbauer sagte, wegen der Flugverbotszone sei er mit einem Regierungsfahrzeug von Tunesien in die libysche Hauptstadt Tripolis gefahren worden. Die libysche Regierung sei zu einem Waffenstillstand bereit, wenn die Aufständischen keine Bedingungen stellten.
"Die Regierung möchte Gespräche auf Augenhöhe, bei denen es auch um eine neue Verfassung gehen soll", sagte Schmidbauer. Außerdem sei Gaddafi auf keinen Fall beriet, das Land zu verlassen.
Schmidbauer sagte, er habe die Bundesregierung über seine Reise und den Inhalt der Gespräche informiert. Eine Sprecherin des Außenministeriums in Berlin betonte, Schmidbauer habe nicht im Auftrag des Auswärtigen Amtes gehandelt.
Der heute 71-Jährige war unter Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) Staatsminister im Kanzleramt.
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