28.02.13

Castel Gandolfo

Benedikt startet "letzte Etappe auf dem Erdenweg"

Der Papst ist in der päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo gelandet und hat seinen letzten Segen erteilt. Einblicke in das malerische Anwesen, das eine bewegte Geschichte hinter sich hat.

Foto: dpa

Ein Ort, der Papst Benedikt XVI. im Laufe der Jahre besonders ans Herz gewachsen ist: die päpstliche Sommerresidenz in Castel Gandolfo.

21 Bilder

Um exakt 17.23 Uhr landete der scheidende Papst Benedikt XVI. in der päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo. Gerade mal 16 Minuten hatte der Flug vom Vatikan aus gedauert.

Auf dem Balkon des Apostolischen Palastes ließ sich der Pontifex noch einmal blicken und richtete einige Worte an Hunderte Schaulustige. "Ich bin ein einfacher Pilger, der die letzte Etappe auf seinem Erdenweg beginnt", ließ er mit Blick auf das Ende seines Pontifikats am Donnerstag um 20 Uhr wissen.

Unter frenetischen "Benedetto"-Rufen ließ er die Menschen wissen, er sei glücklich, bei ihnen zu sein. "Gehen wir gemeinsam mit dem Herrn voran", so Benedikt, der den Gläubigen einen letzten Segen spendete.

55 Hektar Land mit Sternwarte

Doch was sind die Pläne Benedikts? In der päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo nahe Rom will der 85-Jährige mit den Angehörigen seines Haushalts, etwa dem Präfekten des Päpstlichen Hauses, dem deutschen Kurienerzbischof Georg Gänswein, sowie vier Haushälterinnen, rund zwei Monate verbringen. Dann soll das ehemalige Kloster Mater Ecclesiae im Vatikan, wohin Benedikt XVI. sich zurückziehen will, fertig renoviert sein.

Castel Gandolfo liegt malerisch am Albaner See in der südöstlichen Umgebung der italienischen Hauptstadt. Ohne die Papstresidenz wäre das Städtchen mit seinen knapp zehntausend Einwohnern wohl kaum bekannt.

Umgeben von Gärten und landwirtschaftlichen Nutzflächen befinden sich hier auf 55 Hektar Land der Papstpalast, der die vatikanische Sternwarte beherbergt, und mehrere Villen.

Elf Quadratmeter mehr

Die Residenz, die damit elf Hektar größer als der Vatikan selbst ist, gehört nicht zu Italien, sondern ist exterritoriales Gebiet, vergleichbar mit einer Botschaft. Die zentralen Bauten des Komplexes stammen aus dem 17. Jahrhundert. Im Besitz des Vatikans ist die Anlage seit dem Jahr 1929, als Italien sie dem Kirchenstaat im sogenannten Lateranvertrag zuerkannte.

Im Kriegsjahr 1944 fanden bis zu 12.000 Menschen Zuflucht in Castel Gandolfo. In den zur Geburtsstation umfunktionierten Privatgemächern von Pius XII. kamen damals 36 Kinder zur Welt.

Nach Angaben des Direktors der Papstvillen in Castel Gandolfo, Saverio Petrillo, wird der Papst dort "sein gewöhnliches Appartement beziehen". "Das heißt, es wird keine speziellen Vorbereitungen geben, das ist alles Routine für uns", sagte er dem Sender Radio Vatikan. Castel Gandolfo habe "eine familiäre Atmosphäre, die die Päpste Entspannung finden lässt".

Quelle: KNA/dpa/jw
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