27.02.13

Generalaudienz

Benedikt spricht vom "Gegenwind" seiner Amtszeit

Ein letztes Mal hat sich Papst Benedikt XVI. in Rom einer breiten Öffentlichkeit gezeigt. Lesen Sie im Minutenprotokoll, wie das scheidende Kirchenoberhaupt auf die vergangenen Jahre zurückblickt.

Foto: AFP

"Ich habe mich nie einsam gefühlt am Steuer", erklärte Papst Benedikt XVI. am Mittwoch bei seinem letzten großen Auftritt.

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13.00 Uhr: Bis zu 150.000 Gläubige

Nach Angaben des Vatikans haben an der Generalaudienz auf dem Petersplatz bis zu 150 000 Gläubige teilgenommen. Die Polizei spricht dagegen von 100.000 Menschen.

12.15 Uhr: Die letzten Stunden im Amt

Am Donnerstagnachmittag wird Benedikt XVI. in die päpstliche Sommerresidenz im Castel Gandolfo geflogen. Dort beginnt er sein neues Leben als "emeritierter Papst". Ab 20 Uhr ist sein Pontifikat beendet. Damit bricht die sogenannte Sedisvakanz an. Der 78-jährige Kardinal Bertone wird dann als Camerlengo die Leitung des Vatikans übernehmen.

Wann das Konklave beginnt, das heißt die Kardinäle zur Papstwahl zusammentreten, ist noch unklar. Sie dürfen erstmals selbst entscheiden, ob sie auch schon früher als 15 Tage nach dem Rücktritt des Papstes in der Sixtinischen Kapelle zur Papstwahl zusammentreten.

Spätestens am 20. März müssen sie allerdings mit der Wahl beginnen.

12.00 Uhr: Audienz für CSU-Politiker Seehofer

Die letzte Generalaudienz liegt hinter dem scheidenden Papst. Nach der Rückkehr in den Apostolischen Palast wird Benedikt XVI. um die Mittagszeit noch einige Spitzenpolitiker begrüßen. Unter ihnen ist auch der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und dessen Frau.

11.50 Uhr: Menge spricht Vaterunser

Schließlich stimmt die Menge das Vaterunser in lateinischer Sprache an. Die Menschen erheben sich.

Benedikt XVI. blickt konzentriert in die Menge, die Hände zum Gebet gefaltet. Er spricht "Im Namen des Vater, des Sohnes und des heiligen Geistes". "Amen", antworten die Menschen. Erneut erklingt Jubel.

11.23 Uhr: Grüße aus der Heimat

Die blau-weißen Flaggen bayrischer Pilger sind auf dem Petersplatz nicht zu übersehen. Unter ihnen sind auch einige Dutzend Gebirgsschützen und zahlreiche Trachtler in ihren farbenfrohen Gewändern.

Seminaristen des dortigen Gymnasiums, das auch Papst Benedikt XVI. besuchte, halten ein Transparent mit der Aufschrift "Chiemgau-Gymnasium grüßt Papst Benedikt" in die Höhe.

11.23 Uhr: Dank an bayerische Kapelle

Jetzt verliest Papst Benedikt XVI. Auszüge aus seiner Rede in deutscher Sprache. Besonders die vielen Pilger aus Bayern, die anwesend sind, werden vor seiner Lesung erwähnt.

Die Blaskapelle aus dem bayrischen Traunstein spielt zuvor ein Ständchen für den Papst. Dort ist der Papst auf das Gymnasium gegangen. Benedikt bedankt sich persönlich bei der Kapelle für das Ständchen.

11.23 Uhr: Wiederholung in verschiedenen Sprachen

Rund 17 Minuten hat der Papst nun auf Italienisch zu den Menschen gesprochen – es war ein Dank an die Menschen und seine Begleiter. Die Menge jubelt, die Menschen applaudieren. Die Kardinäle erheben sich von ihren Sitzen und klatschen.

Jetzt wird die Ansprache in verschiedenen Sprachen wiederholt, erst in einer französischen, dann in einer englischen und zuletzt in einer deutschen Fassung.

11.22 Uhr: Kein Zurück ins Private

"Es gibt keine Rückkehr mehr ins Private", sagt Papst Benedikt XVI. Er kehre nicht zurück ins Privatleben. Er bleibe nach seinem Pontifikat auf eine neue Art und Weise beim Gekreuzigten.

Benedikt bittet die Menschen, sich an ihn zu erinnern und für die Kardinäle zu beten – weil sie eine so schwere Entscheidung zu treffen haben, wenn sie den neuen Papst wählen.

11.21 Uhr: Eine schwere Entscheidung

Immer wieder blickt Benedikt zwischen seinen Worten in die Menge – ein Lächeln ist in seinem Gesicht zu erkennen, als er davon spricht, wie lebendig die Kirche ist. Dann spricht er auch seine Entscheidung zum Rücktritt an. "In diesen letzten Monaten habe ich empfunden, dass meine Kräfte nachlassen", sagt er. Er habe Gott gebeten, ihm zu helfen, eine Entscheidung zu treffen, zum Wohl der Kirche, nicht zu seinem eigenen Wohl.

11.16 Uhr: "Nie einsam gefühlt am Steuer"

"Ein Papst ist nicht allein am Steuer des Bootes Petri. Auch wenn es seine erste Verantwortlichkeit ist", sagt er. "Ich habe mich nie einsam gefühlt am Steuer."

Daraufhin dankt er den Kardinälen für ihre Weisheit, Ratschläge und Freundschaft. Aber auch für seinen Staatssekretär und das Staatssekretariat, sowie der römischen Kurie dankt er.

Dabei wird er von Applaus der Menschen auf dem Petersplatz unterbrochen. "Ich möchte, dass mein Dank euch alle erreicht", sagt er.

11.12 Uhr: Gegenwind im Pontifikat

Benedikt XVI. blickt auf die letzten Jahre zurück. Er habe immer gewusst, dass ihn der Herrgott leite. "Ich habe Tag für Tag seine Präsenz wahrgenommen."

Es habe viele leichte Momente gegeben in dieser Zeit. Doch: "Es hatte auch Momente, in denen Gegenwind blies." Der Papst dankt für die Gewissheit, dass der Herr das alles so gewollt habe.

11.09 Uhr: Danke an Gott

"In diesem Augenblick weitet sich meine Seele, um die gesamte Kirche, die auf der Welt verstreut ist, zu umarmen", sagt er. Er blickt kurz zurück, auf all die Reisen, Besuche und Begegnungen, die er während seines Pontifikats erlebt hat.

Immer wieder erklingt nach den Worten des Papstes auf dem Petersplatz Applaus.

11.05 Uhr: Benedikt beginnt seine Ansprache

Die Ansprache des Papstes beginnt. Benedikt XVI. begrüßt alle Anwesenden, Applaus erklingt.

"Danke von ganzem Herzen, ich bin wirklich gerührt. Und ich sehe die Kirche, wie sie lebt", leitet er ein. Er bedankt sich bei Gott für das schöne Wetter.

10:50 Uhr: Andächtige Ruhe auf dem Petersplatz

Aus dem Brief des Apostels Paulus wird in verschiedenen Sprachen von Mitarbeitern des Papstes gelesen. Es geht um Paulus, der seiner Gemeinde dankt.

Teile aus dem Brief werden auf Deutsch verlesen. Benedikt XVI. wirkt ruhig und gelassen. Andächtige Ruhe kehrt auf dem Petersplatz ein.

10:50 Uhr: Fahrt ohne Abkürzung

Keine Abkürzung bei der Fahrt durch die Menge: Der Papst nimmt keinen schnelleren Weg bei seiner Fahrt zum Petersdom durch die Massen. Die Menschen winken begeistert.

Benedikt XVI. begrüßt auch persönlich ein Kind, dass ihm in sein Fahrzeug gereicht wird.

10.30 Uhr: Benedikt XVI. fährt vor

Papst Benedikt XVI. fährt im Papamobil durch die jubelnden Massen. Viele schwenken Transparente mit Grußbotschaften wie "Immer mit dem Papst" oder "Danke Joseph", mit denen sie ihre Sympathie für das scheidende Kirchenoberhaupt zum Ausdruck brachten.

9.30 Uhr: Tausende strömen zur Generalaudienz

Bei strahlendem Sonnenwetter strömen Tausende Gläubige auf den Petersplatz. Die Polizei ist rund um den Vatikan mit einem Großaufgebot im Einsatz. Zur Generalaudienz des scheidenden Papstes erwartet der Vatikan mehr als 50.000 Menschen.

6.30 Uhr: Zollitsch – "Danke, Papst Benedikt"

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, würdigt Benedikt als großen Theologen und Brückenbauer. "Man spürt beim Abschied, was man verliert", sagt der Freiburger Erzbischof in Rom.

Mit Benedikt verlasse einer der größten Theologen auf dem päpstlichen Stuhl sein Amt. "Danke, Papst Benedikt", sagt Zollitsch. Benedikts Entschluss, sein Amt aufzugeben, verdiene Respekt und hohe Anerkennung. Zollitsch gesteht unter Hinweis auf die Bemühungen um eine Aussöhnung mit der ultrakonservativen Pius-Bruderschaft zugleich ein, das dem Papst "nicht alles so geglückt" sei.

Benedikt habe "sehr darunter gelitten", dass der Dialog mit der Bruderschaft nicht richtig verstanden worden sei. Verwaltungsfragen seien überdies nie das gewesen, "was sein Herz besonders ausgefüllt hat", sagt Zollitsch mit Blick auf den Vorwurf der Führungsschwäche. Ein neuer Papst müsse nun "Dinge, die nicht in Ordnung waren, neu anpacken".

Benedikt nimmt Abschied

Einmal noch zeigt sich Papst Benedikt XVI. der breiten Öffentlichkeit, dann legt er sein Amt nieder und zieht sich zurück. Zum letzten großen öffentlichen Auftritt von Benedikt werden in Rom Zehntausende Menschen erwartet. Bei einer Generalaudienz nimmt das scheidende Oberhaupt der katholischen Kirche Abschied von der Öffentlichkeit. Wegen des erwarteten Massenandrangs wurde sie von der vatikanischen Audienzhalle auf den Petersplatz verlegt.

Viele Pilger aus Deutschland und einige Prominente haben sich dafür auf den Weg nach Rom gemacht. Unterdessen laufen im Vatikan auch die Vorbereitungen für Benedikts Rücktritt am Donnerstag und die anschließende Papstwahl.

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer will Benedikt persönlich Grüße überbringen, Erzbischof Robert Zollitsch wird die Deutsche Bischofskonferenz bei der Audienz vertreten. Aus Benedikts Heimat Bayern haben sich Hunderte Pilger auf den Weg nach Rom gemacht. Auch einige Dutzend Gebirgsschützen sind dabei, eine Blaskapelle aus Traunstein will zum Abschied ein Ständchen auf dem Petersplatz geben. Trachtler aus dem Freistaat wollen Benedikt mit blau-weißen Farben noch einmal ein Stück Heimat nach Rom bringen.

Es wird eine emotionale letzte Audienz erwartet, bevor am Donnerstag Benedikts Pontifikat endet. Am späten Nachmittag ist für ihn der Trubel rund um seine letzten Tage als Papst vorbei. Dann wird der 85-Jährige mit einem Hubschrauber zur päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo vor den Toren Roms fliegen.

Sein letzter öffentlicher Akt wird dann um 17.30 Uhr ein Abschiedsgruß an die Gläubigen der Diözese Albano von der Loggia der Residenz Castel Gandolfo aus sein. Mit dem offiziellen Ende des Pontifikats um 20.00 Uhr stellt auch die Schweizer Garde ihren "öffentlichen Dienst" für den Papst ein. Die Sicherheit Benedikts ist aber garantiert, die Gendarmerie wird ihren Wachdienst fortsetzen.

Wer könnte die Nachfolge Benedikts antreten? Die "Welt" porträtiert die wichtigsten Kandidaten:

Péter Erdő – Ein Petrus am Horizont der Geschichte

Gianfranco Ravasi – Ein italienischer Kunstkenner – der nächste Papst?

Peter Turkson – Ein Ex-Putzmann könnte erster schwarzer Papst werden

Kanadischer Kardinal Marc Ouellet – Ein Ratzingerianer erster nicht europäischer Papst?

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Quelle: dpa/EPD/KNA/AFP/sogi/mcz
Quelle: Reuters
25.02.13 0:54 min.
Dem ranghöchsten Katholiken in Großbritannien, Keith O'Brien, wurde von mehreren Priestern Belästigung vorgeworfen. Nun ist er zurückgetreten. Papst Benedikt hat die Entscheidung angenommen.
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