26.02.13

Raketenangriff

Extremisten brechen Waffenruhe mit Israel

Palästinensische Terroristen haben erstmals seit November Israel angegriffen. Sie feuerten eine Rakete auf die Stadt Aschkelon. Grund könnte der Tod eines Palästinensers in israelischer Haft sein.

Foto: picture alliance / dpa

November 2012: Leuchtgeschosse des israelischen Militärs erhellen den Nachthimmel über der Grenze zum Gazastreifen
November 2012: Leuchtgeschosse des israelischen Militärs erhellen den Nachthimmel über der Grenze zum Gazastreifen

Die im November vereinbarte Waffenruhe zwischen Israel und palästinensischen Terroristen ist gebrochen: Am Dienstag schlug im Süden Israels wieder eine Rakete aus dem Gazastreifen ein.

Das von den Extremisten abgeschossene Geschoss habe eine Straße nahe der Stadt Aschkelon beschädigt, teilte Israels Polizei mit. Bei dem Angriff sei niemand verletzt worden.

Zuvor war es im Westjordanland zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen palästinensischen Demonstranten und israelischen Kräften gekommen. Auslöser der neuen Unruhen war der Tod eines palästinensischen Häftlings in israelischem Gewahrsam am Samstag.

UN wollen unabhängige Untersuchung

Die Vereinten Nationen (UN) forderten am Montag eine unabhängige Untersuchung zum Tod des Mannes. Nach der Obduktion der Leiche von Arafat Dscharadat erwarteten die UN eine "unabhängige und transparente Untersuchung der Umstände des Todes", sagte der für den Nahost-Friedensprozess zuständige UN-Gesandte Robert Serry.

Die Ergebnisse dieser Untersuchung müssten dann "so bald wie möglich veröffentlicht" werden, sagte Serry. Er hatte sich zuvor mit dem palästinensischen Regierungschef Salam Fajad über den Tod des Mannes ausgetauscht. Dscharadat war am Samstag im Gefängnis Megiddo in Nordisrael gestorben. Palästinensische Vertreter machten Israel für den Tod verantwortlich.

Der Minister für Gefangene, Issa Karakae, sagte unter Berufung auf einen an der Obduktion beteiligten palästinensischen Gerichtsmediziner, der junge Mann sei durch "Folter" gestorben. Israels Gesundheitsministerium teilte hingegen mit, die Todesursache sei noch unklar.

Der UN-Gesandte Serry warnte vor dem Hintergrund möglicher wachsender Spannungen zwischen Israel und Palästinensern vor einer "Destabilisierung" der Region.

Raketenabwehr gegen Iran erfolgreich getestet

Am Montag hatte Israel das Trägersystem eines neuen Raketenabwehrsystems nach eigenen Angaben erfolgreich getestet. Eine Abfangrakete vom Typ Pfeil 3 sei am Montag bis in eine Höhe von 100 Kilometern ins Weltall geflogen, berichtete die "Jerusalem Post" unter Berufung auf Angaben aus Verteidigungskreisen.

Pfeil 3 werde mit finanzieller Unterstützung der USA entwickelt, die für die Jahre 2012 und 2013 insgesamt 480 Millionen Dollar (360 Millionen Euro) zu dem Raketensystem beisteuerten. Das Verteidigungsministerium in Tel Aviv bestätigte den Test. Das System sei dafür ausgelegt, iranische Raketen vom Typ Schahab 3 und andere Langstreckenraketen in großer Höhe zu zerstören, bevor sie beim Anflug wieder in die Atmosphäre eintreten.

Im Falle eines israelischen Angriffs auf Irans Atomprogramm wird ein Vergeltungsschlag Teherans vor allem mit Schahab-Raketen befürchtet. Verteidigungsminister Ehud Barak habe den Test als "Meilenstein" auf dem Weg zu einem gestaffelten Abwehrsystem bezeichnet, hieß es. Pfeil 3 soll den Angaben zufolge erst ab etwa 2016 einsatzbereit sein.

Quelle: Reuters/AFP/dpa/jw
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