24.02.13

In Russland

Depardieu ist in die "Straße der Demokratie" gezogen

Sein Russisch ist noch gebrochen, aber das Land lobt er in den höchsten Tönen. Gérard Depardieu ist offiziell in Russland gemeldet und machte sich direkt auf den Weg zu einem umstrittenen Freund.

Foto: AFP
Schöner Wohnen in Russland: In diese Anlage zieht Schauspieler Gérard Depardieu. Seine Adresse: „Straße der Demokratie“
Schöner Wohnen in Russland: In diese Anlage zieht Schauspieler Gérard Depardieu. Seine Adresse: "Straße der Demokratie"

Der französische Filmstar Gérard Depardieu hat nun eine offizielle Meldeadresse in der "Straße der Demokratie" in der russischen Stadt Saransk. In einer amtlichen Zeremonie im Staatstheater der Hauptstadt der Region Mordowien unterzeichnete Depardieu ein Meldeformular und ließ sich von einer russischen Beamtin den entsprechenden Stempel in den Reisepass drücken. Am Sonntag reiste der 64-jährige Mime weiter nach Tschetschenien.

"Gerühmt sei Saransk, gerühmt sei Mordowien, gerühmt sei Russland!", sagte Depardieu in gebrochenem Russisch nach den Anmeldeformalitäten. Seine neue Wohnung liegt in einem Neubaublock im Zentrum von Saransk. Der Schauspieler hatte der sozialistischen Regierung in Paris wegen einer neuen Reichensteuer damit gedroht, die französische Staatsbürgerschaft abzugeben.

Daraufhin hatte sein Freund, der russische Präsident Wladimir Putin, ihm die russische Staatsbürgerschaft angeboten. Anfang Januar holte Depardieu sich in Russland persönlich seinen neuen Pass ab.

Depardieu hielt sich seit Donnerstagabend in Russland auf. Am Freitag besuchte er in Moskau das Bolschoi-Theater und das nach umfangreicher Renovierung wiedereröffnete Kino "Illusion". Bei der Eröffnungsfeier sagte der Mime, er sehe sich als "Botschafter eines neuen Russlands". Dieses verkörpere "alles, was ich mag". Es schätze "die Literatur, die Schriftsteller, Künstler und Musiker". Erneut zeigte sich der Schauspieler über seinen neuen russischen Pass "beglückt".

Besuch bei Kadyrow

Mordowien ist in Russland sonst eher für seine Straflager bekannt. Dort sitzt zum Beispiel eine der Sängerinnen der Punkband Pussy Riot ein, die wegen eines gegen Putin gerichteten Auftritts in der Moskauer Kathedrale zu zwei Jahren Lagerhaft verurteilt worden war.

Am Sonntag folgte Depardieu einer erneuten Einladung des höchst umstrittenen tschetschenischen Machthabers Ramsan Kadyrow nach Grosny. Bereits im Oktober vergangenen Jahres hatte sich Depardieu an der Seite Kadyrows gezeigt und ausgerufen: "Ehre für Tschetschenien, Ehre für Kadyrow".

Der so gelobte dankte es dem Schauspieler – und lud ihn auf dem Höhepunkt des Streits um seine Steuerflucht ein, in Tschetschenien zu leben. Menschenrechtsorganisationen werfen Kadyrow vor, eine Privatmiliz zu befehligen, die für Morde und Folter verantwortlich ist.

Quelle: AFP/sara
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