24.02.13

Libyen

Gaddafis Ende – nun auch auf den Geldscheinen

Mehr als ein Jahr nach dem Tod von Muammar Gaddafi ist der ehemalige Machthaber Libyens nun auch von den Geldscheinen verschwunden. Wenig Veränderung gibt es aber bei den 10-Dinar-Scheinen.

Foto: Archiv

Libyscher Dinar mit Freiheitskämpfer
Libyscher Dinar mit Freiheitskämpfer

Libyens einstiger Diktator Muammar Gaddafi ist bereits seit Oktober 2011 tot. Dennoch blickt er den Libyern noch tagtäglich entgegen, nämlich von den Geldscheinen des Landes. Bis heute sind die alten Dinar-Banknoten in Umlauf. Der 1-Dinar-Schein zeigt Gaddafi mit leichtem Lächeln, den Kopf mit einem weißen Umhang bedeckt, der an die traditionelle Kleidung der Beduinen angelehnt ist. Auf dem 50-Dinar-Schein ist er ebenfalls zu sehen, hier mit der typischen Sonnenbrille.

Doch nun wird dem Despoten auch auf den Geldscheinen endlich der Garaus gemacht. Pünktlich zum zweijährigen Jubiläum des Beginns der Revolution am 17. Februar brachte die libysche Nationalbank neue Geldscheine in Umlauf. Die alten sollen nun nach und nach eingezogen werden.

Naheliegenderweise wird Gaddafi auf dem neuen 1-Dinar-Schein durch eine Revolutionsszene ersetzt. Eine Gruppe von Demonstranten mit Flaggen und Transparenten ist an seine Stelle getreten.

Auf der Vorderseite des Scheins ist zudem die Fahne des neuen Libyen zu sehen, eingerahmt von einigen Friedenstauben. Auch auf dem 50-Dinar-Schein wurde gewissermaßen ein Kontrapunkt gesetzt, denn statt Diktator mit Sonnenbrille schmückt diesen nun ein Leuchtturm, ausgerechnet einer aus Bengasi, einem der Zentren des Aufstands.

Seit 40 Jahren auf 10-Dinar-Schein

Auch der 20-Dinar-Schein wurde völlig umgestaltet. Hier dominierte bisher eine Versammlung afrikanischer Staatschefs, in deren Mitte natürlich Gaddafi stand – seine dritte Erscheinung auf den Banknoten. Der neue Schein zeigt nun auf der Vorderseite die Al-Atiq-Moschee von Awjila, die älteste in ganz Nordafrika, gelegen in einer Oasenstadt in der Kyreneika. Auf der Rückseite ist ein traditionelles Schulgebäude aus der westlibyschen Stadt Ghadames abgebildet.

Weniger Veränderungen erfuhren die übrigen Scheine, auf dem 10-Dinar-Schein ist sogar weiter eine Person abgebildet, die nun seit mehr als 40 Jahren auf den Banknoten zu sehen ist: Umar al-Muchtar. Er kämpfte einst gegen die italienischen Kolonialherren und wurde von diesen 1931 hingerichtet.

Seither gilt er als libyscher Nationalheld, den auch Gaddafi zeitweise als Vorbild bemühte, obwohl dieser aus Bengasi stammte, einer Stadt, die Gaddafi nie wohlgesonnen war. Die Gegner Gaddafis benannten dagegen während des Aufstands sogar eine Brigade nach al-Muchtar. Und sie verehren ihn weiter, ist er doch die einzige Person, die heute noch auf den Dinar-Scheinen zu sehen ist.

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