23.02.13

Neue Uranvorkommen

Iran plant Atommeiler an 16 möglichen Standorten

Iran hat 16 mögliche Standorte für neue Atomanlagen festgelegt. Das Land brauche in den nächsten 15 Jahren 20 neue Meiler, sagte der Chef der Atomenergieorganisation. Es gibt auch neue Uranvorkommen.

Foto: REUTERS

Ein Atomkraftwerk betreibt der Iran in Buschehr am Persischen Golf, ein weiteres ist in Darchowin in Planung
Ein Atomkraftwerk betreibt der Iran in Buschehr am Persischen Golf, ein weiteres ist in Darchowin in Planung

Der Iran treibt die Planungen für neue Atomkraftwerke weiter voran und hat 16 mögliche Standorte für Neubauten festgelegt. In den vergangenen Jahren sei das gesamte Land auf passende Standorte hin untersucht worden, sagte der Leiter der iranischen Atomenergieorganisation, Fereidun Abbassi, am Samstag der Nachrichtenagentur ISNA. Dabei gehe es etwa um die Erdbebensicherheit und den Schutz vor Militärangriffen.

Der Iran betont, das Land brauche gut 20 Atommeiler, um in den kommenden 15 Jahren seinen wachsenden Energiebedarf zu decken. Derzeit wird ein Atomkraftwerk in Buschehr am Persischen Golf betrieben, ein weiteres ist in Darchowin in Planung.

Zugleich berichtete das Staatsfernsehen, im Land seien neue Uranvorkommen entdeckt worden. Sanktionen hindern den Iran an der Einfuhr jeglichen nuklearen Materials, deshalb versucht Teheran eigene Vorkommen zu erkunden.

Der Westen verdächtigt den Iran, heimlich am Bau einer Atombombe zu arbeiten. Teheran weist die Vorwürfe zurück und pocht auf sein Recht auf die friedliche Nutzung der Atomenergie. Der Iran reichert nach eigenen Angaben Uran auf fünf Prozent an, was für die Stromproduktion ausreicht, sowie auf 20 Prozent für den Betrieb eines medizinischen Forschungsreaktors. Für den Bau von Atomwaffen ist eine Anreicherung auf 90 Prozent notwendig.

Installation neuer Zentrifugen

Erst vor zwei Tagen hatte die Internationalen Atomaufsichtsbehörde (IAEA) bestätigt, dass der Iran mit der Installation neuer Zentrifugen zur Urananreicherung in der Atomanlage Natans begonnen hat. Die Aufstellung der Zentrifugen sei am 6. Februar aufgenommen worden, hieß es in dem IAEA-Bericht. Es sei das erste Mal, dass der Iran leistungsfähigere Zentrifugen als die bisherigen vom Typ IR-1 installiere.

Die iranische Atombehörde hatte die Aufstellung der neuen Zentrifugen vom Typ IR-2 in Natans bereits in der vergangenen Woche verkündet. Demnach soll Uran mit den neuen Zentrifugen weiter bis auf fünf Prozent angereichert werden. Die bisher in Natans verwendeten Zentrifugen arbeiten aber langsamer als der neue Typ.

Quelle: AFP/AP/sara
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Chronologie - der lange Streit um das Atomprogramm
  • Nordkoreas Atomprogramm

    Die Tests beunruhigen die internationale Gemeinschaft seit Jahrzehnten. Das Atomzentrum in Yongbyon wurde in den 1960er-Jahren errichtet. Etwa 20 Jahre später begann das Regime mit der Entwicklung von Atomwaffen.

  • 1994

    Nordkorea erklärt seinen Austritt aus der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), bleibt aber seinen Verpflichtungen aus dem Atomwaffensperrvertrag unterworfen. Im Oktober verspricht das Land in einem Abkommen mit den USA, sein Atomprogramm zu stoppen.

  • 1998

    Nordkorea startet eine mehrstufige Rakete, angeblich mit einem Satelliten an Bord. Die USA warfen Pjöngjang vor, es habe sich um den Test einer Mittelstreckenrakete gehandelt.

  • 2003

    Nordkorea tritt aus dem Atomwaffensperrvertrag aus. Die ersten Sechser-Gespräche zwischen Nordkorea, den USA, China, Südkorea, Japan und Russland enden ohne Ergebnis.

  • 2005

    Das Regime bekennt sich erstmals zum Besitz von Atomwaffen. Es verpflichtet sich im September zwar zur Aufgabe seines Atomprogramms, stellt die Vereinbarung aber wenig später wieder infrage.

  • 2006

    Nordkorea löst mit einer Serie von Raketenversuchen über dem Japanischen Meer weltweit Empörung aus. Im Oktober folgt der erste unterirdische Atomtest.

  • 2007

    Im Februar sagt Nordkorea die Schließung der Atomanlage in Yongbyon zu. Im Gegenzug soll es Energie- und Wirtschaftshilfe erhalten. Im Juli wird der Reaktor abgeschaltet.

  • 2008

    Das Regime demonstriert mit dem Abschuss mehrerer Testraketen Stärke und droht, die Stilllegung von Atomanlagen hinauszuzögern.

  • 2009

    Der Weltsicherheitsrat verurteilt den Start einer nordkoreanischen Langstreckenrakete. Aus Protest gegen die Kritik steigt Pjöngjang aus den internationalen Atomgesprächen aus. Nach einem zweiten Atomtest Nordkoreas verschärfen die UN ihre Sanktionen.

  • 2011

    Eine Expertengruppe kommt zu dem Schluss, dass Nordkorea weiter entwickelte Atomanlagen haben muss als bisher bekannt. Nach UN-Angaben exportiert das Regime für nukleare Sprengköpfe geeignete Raketen in den Iran und andere Krisengebiete. Im Juli und im Oktober treffen sich Vertreter der USA und Nordkoreas wieder zu Gesprächen über das Atomprogramm.

  • 2012

    Zum ersten Mal seit dem Tod des Diktators Kim Jong Il im Dezember 2011 führen Washington und Pjöngjang wieder direkte Atom-Gespräche. Washington verkündet, Nordkorea sei im Gegenzug für Nahrungsmittelhilfen zu einem Moratorium bei der Urananreicherung, Atom- und Raketentests bereit. Ein weiterer Raketentest scheitert im April. Nach massiver Kritik daran hebt Nordkorea das Moratorium wieder auf. Im Dezember schießt das Regime eine weitere Rakete mit einem Satelliten ins All.

  • Januar 2013

    Der Weltsicherheitsrat weitet die Sanktionen aus. Der Rat hatte den Raketenstart zuvor scharf verurteilt. Das Regime in Pjöngjang droht, sein Atomwaffenarsenal auszubauen und kündigt einen dritten Atomtest sowie weitere Raketenstarts an. Gespräche über das Atomprogramm werde es nicht mehr geben.

  • 12. Februar 2013

    Nordkorea unternimmt einen neuen Atomtest und löst damit bei der internationalen Gemeinschaft scharfe Kritik aus.

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