21.02.13

Atomare Bedrohung

Iran macht Tempo bei der Nuklear-Technik

Die Internationale Atomaufsichtsbehörde hat bestätigt, dass der Iran einen effizienteren Typ von Zentrifugen zur Anreicherung von Uran in Betrieb nahm. Wieder einmal hofft der Westen auf Verhandlungen.

Foto: dpa

Irans Präsident Mahmoud Ahmadinejad bei der Inspektion einer Atomanlage in Natanz (Zentral-Iran) im März 2007
Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad bei der Inspektion einer Atomanlage in Natans (Zentral-Iran) im März 2007 . Hier werden neue Zentrifugen installiert

Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA hat Angaben des Iran bestätigt, wonach das Land mit der Installation neuer Zentrifugen zur Urananreicherung in der Atomanlage Natans begonnen hat.

Die Aufstellung der Zentrifugen sei am 6. Februar aufgenommen worden, heißt es in einem IAEA-Bericht, der am Donnerstag in Wien veröffentlicht wurde. Es sei das erste Mal, dass der Iran leistungsfähigere Zentrifugen als die bisherigen vom Typ IR-1 installiere.

Der Westen verdächtigt den Iran, heimlich am Bau einer Atombombe zu arbeiten. Teheran weist die Vorwürfe zurück und pocht auf sein Recht auf die friedliche Nutzung der Atomenergie.

Neue Zentrifugen arbeiten schneller

Der Iran reichert nach eigenen Angaben Uran auf fünf Prozent an, was für die Stromproduktion ausreicht, sowie auf 20 Prozent für den Betrieb eines medizinischen Forschungsreaktors. Für den Bau von Atomwaffen ist eine Anreicherung auf 90 Prozent notwendig.

Die iranische Atombehörde hatte die Aufstellung der neuen Zentrifugen vom Typ IR-2 in Natans bereits in der vergangenen Woche verkündet. Demnach soll Uran mit den neuen Zentrifugen weiter bis auf fünf Prozent angereichert werden. Die bisher in Natans verwendeten Zentrifugen arbeiten aber langsamer als der neue Typ.

Kein Fortschritt bei Atom-Gesprächen

In ihrem Bericht stellt die IAEA fest, dass es in den Gesprächen mit dem Iran über das Atomprogramm keine Fortschritte gebe. Auch nach mehreren Treffen seit dem vergangenen Jahr sei es "nicht möglich, ein Dokument für eine strukturelle Herangehensweise fertigzustellen oder einen echten Ansatz in diese Richtung zu beginnen".

Die IAEA fordert einen freieren Zugang zu den iranischen Atomanlagen, beteiligten Experten und Dokumenten. Zahlreiche Gespräche zwischen dem Iran und den Weltmächten sowie der IAEA sind bisher weitgehend ergebnislos geblieben.

Weiteres Treffen in Kasachstan

Für Dienstag sind in Kasachstan neue Gespräche der sogenannten 5+1-Gruppe aus den fünf ständigen Sicherheitsratsmitgliedern und Deutschland mit dem Iran zum Atomprogramm angesetzt.

"Wir werden ein aktualisiertes Angebot machen, das neue substanzielle Elemente enthält", bestätigte das französische Außenministerium am Donnerstag in Paris. Zu Details gab es zunächst keine Angaben.

Grundlage des Ansatzes blieben vertrauensbildende Maßnahmen. Das Angebot könnte die Lockerung bestimmter Sanktionen beinhalten, hieß es aus diplomatischen Kreisen in Wien. Dafür müsste der Iran aber bestimmte Forderungen wie den Verzicht auf die 20-prozentige Urananreicherung und das Schließen der dafür notwendigen Anreicherungsanlage in Fordo erfüllen.

Quelle: dpa/AP/UC
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