21.02.13

Auslandseinsätze

"Die Kräfte der Bundeswehr sind stark überdehnt"

Die geplante Entsendung von Hunderten deutscher Soldaten nach Mali ruft den Bundeswehrverband auf den Plan: Die Kräfte der Truppe seien stark überdehnt. Auslandseinsätze müssten begrenzt werden.

Foto: REUTERS

Deutsche Soldaten in Afghanistan. Wird es solche Bilder bald auch aus Mali geben?
Deutsche Soldaten in Afghanistan. Wird es solche Bilder bald auch aus Mali geben?

Angesichts der geplanten Entsendung von bis zu 330 deutschen Soldaten nach Mali kritisiert der Bundeswehrverband eine zu starke Ausweitung von Auslandseinsätzen.

"Es ist eine Tatsache, dass die Kräfte der Bundeswehr stark überdehnt sind", sagte der Chef des Bundeswehrverbands, Ulrich Kirsch, der "Augsburger Allgemeinen" vom Donnerstag. Er forderte die Politik auf, die Bundeswehr wieder zu vergrößern oder die Auslandseinsätze zu begrenzen. "So weitermachen wie bisher, das geht jedenfalls nicht", sagte Kirsch.

Der Verbandschef kritisierte vor allem geplante Einsparungen im Zuge der Bundeswehrreform. "Die Sparpolitik ist unverantwortlich", sagte Kirsch. "Das Reformkonzept krankt daran, dass man versäumt hat, zunächst zu definieren, für welche Herausforderungen die Bundeswehr in Zukunft gewappnet sein soll", fügte er hinzu.

"Vehikel des Bundeshaushalts"

Es sei nicht hinnehmbar, "die Bundeswehr als Vehikel zum Ausgleich des Bundeshaushalts" zu missbrauchen. "Ein Spardiktat zur Grundlage einer Reform der Streitkräfte zu machen, ist völlig inakzeptabel", sagte Kirsch.

Das malische Militär kämpft derzeit mit maßgeblicher Unterstützung der französischen Armee gegen verschiedene Gruppen von Islamisten aus dem Norden des Landes. Die malischen Truppen gelten aber als unzureichend ausgerüstet und schlecht organisiert. Die EU will Mali daher eine bis zu 500 Mann starke Ausbildungsmission schicken, die sich aber nicht an den Kämpfen beteiligen soll. Geplant sind rund 200 Ausbilder sowie Sanitäter und Schutzkräfte.

Die Bundesregierung will bis zu 330 deutsche Soldaten nach Mali entsenden. An der EU-Ausbildungsmission sollen sich maximal 180 Bundeswehrsoldaten beteiligen. Bis zu 40 von ihnen sollen als Ausbilder bereitstehen, bis zu 40 weitere sollen als Sanitätssoldaten eingesetzt werden.

Maximal 100 weitere Soldaten sollen sich etwa um die Wasser- und Energieversorgung kümmern. Bis zu 150 weitere deutsche Soldaten sollen den französischen Militäreinsatz mit Flugzeugen unterstützen.

Quelle: AFP/pku
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