19.02.13

Schmiergeld-Affäre

EADS weitet interne Eurofighter-Ermittlungen aus

Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS gibt sich mehr Zeit für die interne Aufklärung des umstrittenen Verkaufs von Eurofightern. Der Konzern wird verdächtigt, Schmiergeld gezahlt zu haben.

Foto: dpa

Ein Kampfflugzeug vom Typ Eurofighter startet im Februar vom Fliegerhorst in Jagel (Schleswig-Holstein)
Ein Kampfflugzeug vom Typ Eurofighter startet vom Fliegerhorst in Jagel (Schleswig-Holstein)

Der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS will seine internen Ermittlungen um die Vorgänge rund um den umstrittenen Verkauf von Eurofightern an Österreich ausweiten. Wie es von informierter Seite heißt, sollen die internen Ermittlungen nicht wie bislang geplant bis Ende Februar abgeschlossen werden. "Sorgfalt geht vor Schnelligkeit", erklärt ein Unternehmenssprecher dazu.

EADS steht im Verdacht, zwischen 2005 und 2008 Schmiergelder gezahlt zu haben, um den Verkauf von Kampfjets des Typs Eurofighter an Österreich einzufädeln. Darüber hinaus stehen so genannte Gegengeschäfte in der Kritik, die EADS mit österreichischen Betrieben im doppelten Volumen des Kaufpreises garantieren musste – es werden Scheingeschäfte vermutet. Die Staatsanwaltschaften in München und Wien ermitteln in der Frage und durchsuchten im vergangenen Jahr Büroräume von EADS.

Der Luft- und Raumfahrtkonzern hatte im vergangenen November die Anwaltskanzlei Clifford Chance damit beauftragt, eigene Ermittlungen durchzuführen. Parallel dazu führt EADS eine Überprüfung des eigenen Compliance-Systems durch.

Nun hat die Kanzlei diese Ermittlungen deutlich ausgeweitet. Wie es heißt, wurden statt wie eigentlich geplant rund zehn mindestens 30 Gespräche mit informierten Personen geführt. Es gilt als möglich, dass weitere Gespräche folgen. Wie es in informierten Kreisen heißt, wird nun versucht, die Ermittlungen bis zur Jahresmitte abzuschließen.

Bei den internen Ermittlungen arbeitet EADS offenbar eng mit den Behörden zusammen. So wurden im Rahmen der internen Untersuchung ausgelagerte Akten entdeckt, die EADS an die Staatsanwaltschaften übergab, heißt es von informierter Seite.

Gegengeschäft mit Österreich

Der Luft- und Raumfahrtkonzern EADS setzt sich gegen den Verdacht zur Wehr, man habe im Rahmen des Eurofighter-Geschäfts Schmiergelder gezahlt. Die Kritik an EADS sei weit über das Ziel hinausgeschossen, hatte Konzernchef Tom Enders etwa Ende Januar gegenüber dem "Handelsblatt beklagt.

Beim Kauf von 15 Eurofighter-Kampfjets für 1,7 Milliarden Euro hatte Österreich mit EADS ein Gegengeschäft vereinbart: Bis 2018 müssen österreichische Unternehmen Aufträge erhalten, deren Volumen mehr als doppelt so groß ist wie der Eurofighter-Kauf. Bei einem Kaufpreis von 1,7 Milliarden sind das 3,5 Milliarden.

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