18.02.13

Cybersicherheit

Vodafone verbündet sich mit Rüstungskonzern

Um Handys und Tablet-PCs vor Cyber-Angriffen zu schützen, arbeitet Vodafone künftig mit dem Rüstungskonzern BAE Systems zusammen. Schon im Frühjahr soll das erste Abwehrnetz fertig sein.

Foto: Bloomberg

Mobilfunk allein reicht Vodafone nicht mehr – der Konzern setzt künftig auf Sicherheitstechnologie
Mobilfunk allein reicht Vodafone nicht mehr – der Konzern setzt künftig auf Sicherheitstechnologie

Das Mobilfunkunternehmen Vodafone und der Rüstungskonzern BAE Systems ziehen zusammen in den Kampf gegen Cyber-Attacken. Die beiden britischen Konzerne kündigten eine strategische Partnerschaft über fünf Jahre an. Ziel ist es, mit neuer Technologie Handys sicherer zu machen.

Das erste gemeinsame Projekt soll noch im Frühjahr an den Start gehen. Der sogenannte "Vodafone Mobile Threat Manager" (Vodafone Mobiler Bedrohungsmanager) soll die Mobilfunknetzwerke von Firmen oder Behörden schützen. Dabei wird nicht jedes einzelne Gerät mit entsprechender Software ausgestattet. Stattdessen sind alle Handys in einem Netzwerk verbunden, das ständig nach Cyber-Attacken gescannt wird.

Der "Vodafone Mobile Threat Manager" wird zunächst den 1500 größten Vodafone-Kunden angeboten. Neben Mobiltelefonen können auch Tablet-Computer überwacht werden.

Cybersicherheit verspricht rasch wachsende Umsätze

BAE und Vodafone stoßen gemeinsam in einen Markt vor, der großes Wachstumspotenzial verspricht. Das Marktforschungsinstitut Canalys schätzt, der Markt für Cybersicherheit könnte bis 2015 einen Umsatz von 2,2 Milliarden Euro machen.

Attraktive Aussichten, zumal beide Unternehmen dringend neue Geschäftsfelder erschließen müssen. Vodafone leidet ebenso wie andere Mobilfunkanbieter unter sinkenden Margen, da sich die Kommunikation mehr und mehr ins Internet verlagert. Im vergangenen Jahr sanken die Umsätze des Konzerns um sieben Prozent. BAE hat ebenfalls mit sinkenden Einnahmen zu kämpfen. Weil weltweit Regierungen ihre Verteidigungsetats zusammenkürzen, sinken die Umsätze in der Rüstungsindustrie. Auch der Abzug aus Afghanistan und dem Irak macht der Branche zu schaffen.

Der "Mobile Threat Manager" soll die Basis für weitere gemeinsame Projekte der beiden Unternehmen werden. Als einen potenziellen Wachstumsbereich nannten die Konzerne den Schutz von Interaktionen zwischen Handy und anderen Geräten. Da immer mehr Angebote auf den Markt kommen, mit seinem Mobiltelefon die Heizung einzustellen oder die elektrischen Rollladen zu bewegen, müssten solche Dienste besser geschützt werden.

"Wir bieten Schutz gegen die fortgeschrittenen Bedrohungen der Zukunft", sagte BAE-Chef Ian King. Vodafone-Chef Vittorio Colao ergänzte: "Weil gerade eine neue Generation von mobilen Sicherheitsrisiken entsteht, suchen unsere Kunden nach Hilfe."

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