16.02.13

Katholische Kirche

Roms Chefexorzist dankt dem Papst

Der Chefexorzist der katholischen Kirche, Gabriel Amorth, würdigt den Einsatz Benedikts XVI. für die Teufelsaustreiber. Der Vatikan will die Wahl des neuen Papstes vorziehen.

Foto: picture alliance / abaca

Gabriel Amorth in seinem Büro im Vatikan
Gabriel Amorth in seinem Büro im Vatikan

Der römische Chefexorzist Gabriel Amorth hat den Einsatz des scheidenden Papsts Benedikt XVI. für Anliegen der Teufelsaustreiber gewürdigt. Bei einer Audienz habe das Oberhaupt der katholischen Kirche "Exorzisten aus aller Welt" empfangen und ihnen "große Ermutigung" gegeben, sagte Amorth am späten Freitag im religiösen italienischen Fernsehsender TV2000. So habe Benedikt XVI. "wirkungsvolle Gebete zur Teufelsaustreibung geschenkt".

Bereits vor seiner Wahl zum Papst habe Kardinal Joseph Ratzinger die katholische Kirche so reformiert, dass "die Front im Kampf gegen Satan" gestärkt worden sei, sagte Amorth, oberster Exorzist der Diözese Rom, deren Bischof der Papst ist. Dies gelte "nicht nur mit Blick auf Teufelsbesessenheit von Menschen, sondern auf alle Fälle von durch den Teufel verursachten Störungen".

Fälle vollständiger Besessenheit seien zwar selten, er habe aber Opfer des Teufels "auf Mauern laufen und wie Schlangen über den Boden gleiten" sehen, sagte Amorth. Durch den Teufel verursachte Störungen seien hingegen inzwischen "sehr verbreitet". Amorth hatte in der Vergangenheit etwa die Missbrauchsfälle und die Zerstrittenheit in der Kirche auf den Teufel zurückgeführt.

Konklave wird möglicherweise vorgezogen

Der 85-jährige Benedikt XVI. hatte am Montag überraschend seinen Rücktritt zum Monatsende angekündigt. Als Grund nannte er sein hohes Alter. Bis Ostern soll ein Nachfolger bestimmt werden. Am Samstag gab Vatikansprecher Federico Lombardi bekannt, dass das Konklave zur Wahl eines Nachfolgers für Benedikt XVI. möglicherweise um mehrere Tage auf den 10. März vorgezogen wird.

Die vorgesehene Frist von mindestens 15 Tagen nach dem Ende eines Pontifikats zur Einberufung eines Konklaves solle den Kardinälen die nötige Zeit für die Anreise nach Rom gewähren, sagte Lombardi. Falls alle Purpurträger sich bereits früher in Rom versammelt haben sollten, könnte der entsprechende Passus der Konklave-Ordnung möglicherweise anders als bisher interpretiert werden. Die Entscheidung kommt demnach dem Camerlengo, dem Kämmerer der Kirche, Kardinal Tarcisio Bertone, und dem Dekan des Kardinalskollegs, Angelo Sodano, zu.

Quelle: AFP/EPD/smb
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