15.02.13

Venezuela

Regierung verteilt Fotos von Chávez im Krankenbett

Im Januar hatte eine spanische Zeitung die Welt mit falschen Fotos eines todkranken Hugo Chávez geschockt. Jetzt zeigt Venezuelas Regierung den erkrankten Staatschef lieber selbst, fröhlich lächelnd.

Foto: dpa
Venezuelas Staatschef Hugo Chávez im Krankenhaus, eingerahmt von seinen Töchtern Rosa Virginia (r.) und Maria Gabriela
Sieht fit aus: Venezuelas Staatschef Hugo Chávez im Krankenhaus, eingerahmt von seinen Töchtern Rosa Virginia (r.) und Maria Gabriela

Der krebskranke Hugo Chávez ist offenbar guter Dinge, muss aber mit Hilfe einer Luftröhrenkanüle atmen. Das sind die zentralen Botschaften der venezolanischen Regierung, die am Freitag erstmals seit rund zwei Monaten Bilder von dem 58-jährigen Staatschef zeigte.

Auf beiden Fotos ist er mit seinen ältesten Töchtern Rosa Virginia und María Gabriela zu sehen. Chávez liegt im Bett und liest Kubas Parteizeitung "Granma" (Donnerstagausgabe). Die Fotos stammen vom 14. Februar. Von einer Luftröhrenkanüle ist nichts zu erkennen. Möglicherweise wurde die erst nach der Aufnahme gesetzt.

Die beiden Bilder wurden am Freitag von Venezuelas staatlicher Nachrichtenagentur "Agencia Venezolana de Noticias" (AVN) verbreitet. Auf dem zweiten Foto lächeln Chávez und seine Töchter direkt in die Kamera. "Die Fotos zeigen Präsident Chávez auf dem Weg der vollen Genesung", titelte die AVN. Vor einigen Wochen hatte sich die spanische Zeitung "El País" mit der Veröffentlichung eines falschen Fotos des krebskranken Chávez blamiert.

Informationsminister Ernesto Villegas teilte mit, dass Chávez über eine Luftröhrenkanüle atme, bei Bewusstsein sei, das Sprechen aber vorübergehend schwer falle.

Enger Kontakt zu Regierungsteam

Chávez war am 11. Dezember bereits zum vierten Mal wegen seiner Krebserkrankung operiert worden. Seitdem wurde er nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen. Es gab auch keine Fotos von ihm nach der Operation. Wegen der Krankheit und Komplikationen hatte er nicht wie vorgesehen am 10. Januar seine neue bis 2019 dauernde Amtszeit antreten können. Chávez stehe in enger Kommunikation mit seiner Regierungsmannschaft, betonte Villegas, ein Schwiegersohn von Chávez.

Chávez hatte bereits kurz nach der Operation mit Atemschwierigkeiten zu kämpfen. Diese Komplikation sei auch unter Kontrolle gebracht worden, allerdings gebe es noch einen "bestimmten Grad der Insuffizienz", hieß es in der von Villegas im Rundfunk verlesenen Mitteilung. Deshalb atme er nun über eine Luftröhrenkanüle. Die Erklärung schloss mit den Worten "Que viva Chávez!" (Es lebe Chávez!). Ein Rückkehrtermin des Staatschef nach Venezuela ist weiter völlig offen.

Spott für Zeitung wegen Fälschung

Im Januar waren schon einmal vermeintliche Fotos des erkrankten Chávez in Umlauf. Die renommierte spanische Zeitung "El País" hatte sie abgedruckt und dafür viel Spott geerntet. Auf der Titelseite hatte sie ein Bild des angeblich todkranken venezulanischen Präsidenten gezeigt, ein oral intubierter Chávez, mit geschlossenen Augen und rot geschwollenem Gesicht.

Das Bild war eine Fälschung und stammte offenbar aus einem Youtube-Video von 2008 eines 48-jährigen Patienten, der Chavez ziemlich ähnlich sieht. Die Zeitung entschuldigte sich für den Fehler, die Regierung kündigte an, gegen das Blatt vorgehen zu wollen.

Quelle: dpa/sara
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