12.02.13

Syrien

Assad-Gegner umzingeln Armee in Öl-Region

In der Öl-Region Deir al-Sor an der Grenze zum Irak halten Assads Truppen offenbar nur noch eine Stadt. Zudem eroberten die Aufständischen einen Militärflughafen und den größten Staudamm Syriens.

Foto: AFP

Syrian Rebellen versammeln sich um einen eroberten T-72-Panzer
Syrian Rebellen versammeln sich um einen eroberten T-62-Panzer

Die Aufständischen in Syrien stehen nach eigenen Angaben kurz davor, erstmals eine ganze Provinz einzunehmen. Die Truppen von Präsident Baschar al-Assad hielten in der ölreichen Region Deir al-Sor an der Grenze zum Irak nur noch die gleichnamige Stadt, sagte Kommandeur Ibrahim Abu Baker. Seine Al-Kadisija-Brigade habe zusammen mit islamischen Kämpfern der Dschabat al-Nusra den Ort umstellt und kontrolliere bereits Abschnitte im Osten.

Am Montag hatte ein Vertreter der Brigade erklärt, man bereite mit Panzerbeschuss auf Militärziele in der Stadt einen Sturmangriff vor. Nach der Einnahme von Deir al-Sor werde dort ein Teil der Brigade stationiert. Die übrigen Aufständischen sollten nach Damaskus ziehen.

Die Angaben aus Syrien können selten überprüft werden, weil unabhängige Medien kaum Zugang haben. Seit März 2011 sind im Bürgerkrieg nach UN-Schätzungen mehr als 60.000 Menschen ums Leben gekommen.

Rebellen nehmen Militärflughafen ein

In der Provinz Deir al-Sor wohnen überwiegend Sunniten, die den Aufstand gegen Assad unterstützen. Der Präsident ist wie ein großer Teil der bisherigen Elite des Landes ein Alawit. Abu Baker erklärte, seine Kämpfer seien ausschließlich syrische Sunniten. "Wir sind Islamisten, wir sind nur ausgezogen, um unseren Glauben zu unterstützen", sagte er. "Wir respektieren andere Religionen, aber wir sind Sunniten und wollen einen Sunniten an der Macht haben, nicht einen Alawiten."

Nach Angaben von Aktivisten eroberten die Regierungsgegner außerdem einen Militärflughafen im Norden des Landes – dies wäre ihr zweiter strategischer Erfolg innerhalb von zwei Tagen.

Bei dem eroberten Flughafen handelt es sich um die Al-Jarra-Airbase in der Gegend von Aleppo im Norden des Landes, wie die oppositionelle Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London mitteilte. Nachdem es dort in den vergangenen Tagen immer wieder Gefechte gegeben habe, hätten Aufständische am Montag einen Angriff auf den Flughafen gestartet und das Gelände am Dienstag eingenommen.

Größter Staudamm Syriens in Hand der Rebellen

Am Montag hatten die Assad-Gegner bereits den größten Staudamm des Landes unter ihre Kontrolle gebracht – und damit auch die Strom- und Wasserversorgung in Regionen, die bislang von den Regierungstruppen gehalten werden. Dies gilt als schwerer Schlag für die Regierung von Präsident Assad.

In der syrischen Provinz Idlib sollen bewaffnete Aufständische den Kopf einer Büste des Dichters Abu al-Alaa al-Maarri (973–1057 n. Chr.) abgeschlagen haben. Das berichtete die Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter.

Der blinde Poet, der aus der Stadt Maarat al-Noaman stammt, ist für seine Kritik an Grundsätzen des Islam bekannt. Von ihm ist der Ausspruch überliefert: "In dieser Welt gibt es nur zwei Sorten Menschen – intelligente Menschen ohne Religion und religiöse Menschen ohne Intelligenz."

Quelle: AFP/Reuters/dpa/ks
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