12.02.2013, 07:15

Nuklearwaffen Nordkorea bestätigt neuen Atomtest


Das südkoreanische Fernsehen berichtet über den Atomwaffentest des nördlichen Nachbarn

Foto: KIM JAE-HWAN / AFP

Das südkoreanische Fernsehen berichtet über den Atomwaffentest des nördlichen Nachbarn Foto: KIM JAE-HWAN / AFP

Nordkorea hat seine Drohung wahr gemacht und einen dritten Atomtest unternommen. Dem Land drohen schwerwiegende Konsequenzen.

Eskalation im Atomstreit mit Nordkorea: Das kommunistische Land hat am Dienstag nach eigenen Angaben einen weiteren Atomtest unternommen. Der dritte Nukleartest sei erfolgreich durchgeführt worden, berichteten die Staatsmedien.

Ein Sprecher des Südkoreanischen Verteidigungsministeriums bestätigte in Seoul, dass im Nordosten Nordkoreas Erdstöße registriert worden seien, die auf einen unterirdischen Nukleartest hinwiesen. Südkorea und Japan beriefen ihre nationalen Sicherheitsräte ein.

Der Atomtest dürfte eine Sprengkraft von sechs bis sieben Kilotonnen TNT gehabt haben, sagte der Ministeriumssprecher in Seoul. Die Bombe, die 1945 über Hiroshima gezündet wurde, hatte ein Sprengkraft vorn 13 bis 16 Kilotonnen.

Beben hatte eine Stärke von 4,9

Nach südkoreanischen Angaben erreichte das "künstliche" Beben in Nordkorea um etwa 12.00 Uhr Ortszeit (4.00 MEZ) eine Stärke von 4,9. Auch die US-Erdbebenwarte berichtete von einem solchen Beben. In dem Gebiet befindet sich das Atomtestgelände, auf dem Nordkorea bereits 2006 und 2009 unterirdisch nukleare Sprengladungen gezündet hatte.

Die UN-Behörde zur Überwachung des internationalen Kernwaffenteststopp-Abkommens (CTBTO) berichtete ebenfalls von ungewöhnlichen Erdstößen in Nordkorea. "Wir haben ein ungewöhnliches seismisches Ereignis in Nordkorea gemessen", teilte CTBTO-Sprecherin Annika Thunborg am Dienstagmorgen in Wien mit. Die Bezeichnung "ungewöhnliches seismisches Ereignis" wird für möglicherweise von Menschen verursachte Erdstöße verwendet.

"Das Ereignis zeigt eine klar explosionstypische Charakteristik und es lag annähernd deckungsgleich mit den Atomtests der DPRK (Nordkorea) von 2006 und 2009", sagte Tibor Toth, Leiter der CTBTO.

Mögliche Verschärfung der UN-Sanktionen

Südkorea und die USA hatten dem kommunistischen Land für den Fall eines dritten Tests schwerwiegende Konsequenzen angedroht. Unter anderem wird eine weitere Verschärfung der UN-Sanktionen gegen das weitgehend isolierte Land wird nicht ausgeschlossen.

Nordkorea hatte einen neuen Atomtest und weitere Raketentests im Januar aus Protest gegen die Ausweitung von UN-Sanktionen angekündigt. Ein Zeitrahmen dafür war aber nicht genannt worden. Der Weltsicherheitsrat hatte mit den verschärften Sanktionen auf einen nordkoreanischen Raketenstart im Dezember reagiert.

(dpa/oje)
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